Drittklässler trotzen Klimawandel
Tannen als Hoffnungsträger

Rudi Prebeck zeigte, wie man richtig ein Pflanzloch aushebt.
Vermischtes
Schwarzenfeld
15.11.2016
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Schüler der zwei dritten Klassen der Grundschule Schwarzenfeld gestalteten einen klimaangepassten Zukunftswald. Diese Pflanzaktion fand als Teil der Initiative "Dem Klimawandel gewachsen sein" statt.

Jeder Schüler der zwei dritten Klassen pflanzte unter Anleitung der Förster Andreas Erd und Dieter Ernst vom Landwirtschaftsamt Schwandorf und von des pensionierten Försters Rudi Prebeck eine Weißtanne im Gsaaten Hölzl bei Schwarzenfeld. Mit dieser Maßnahme soll ein Kiefern-Altbestand durch die Ergänzung mit Weißtannen auf die Herausforderung des anstehenden Klimawandels vorbereitet werden.

Neben der beginnenden Kiefernnaturverjüngung sollen auch andere Baumarten mit Pfahlwurzelwerk, wie Eiche und Weißtanne, in den künftigen Waldbeständen einen großen Anteil erhalten, um durch einen vielfältig strukturierten Wald zukünftigen Extremereignissen wie Stürmen, Schneebruch, starken Temperaturschwankungen und Schädlingsbefall besser trotzen zu können.

Den Kindern wurde gezeigt, wie mit dem sogenannten Hohlspaten mit zwei gegenläufigen Stichen in den Boden ein ausreichend tiefes Loch einfach ausgehoben werden kann und wie anschließend diese Bäumchen richtig eingesetzt werden. Danach waren die Kinder an der Reihe und pflanzten "ihre Weißtanne", gleichmäßig über die ganze Altbestandsfläche verteilt. Für ausreichenden Regen zum erfolgreichen Anwachsen der Pflanzen hatte Petrus an diesem Tag gesorgt.

Diese Pflanzaktion fand im Rahmen der Initiative "dem Klimawandel gewachsen sein" statt. Am 14. Juli gab es vonseiten der Politik zusammen mit Fachleuten eine Auftakttagung in Würzburg unter dem Motto "Dem Klimawandel gewachsen sein - Herausforderungen und Anpassungsstrategien", auf der Lösungsansätze für die Land- und Forstwirtschaft gesucht und der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. "Unsere Wälder leiden zunehmend deutlicher sichtbar unter den Auswirkungen des sich anbahnenden Klimawandels", wusste Dieter Ernst, "und es werden für die Zukunft selbst bei einer beabsichtigten Eingrenzung der Temperaturerhöhung auf zwei Grad Celsius über den bisherigen Jahresdurchschnittswert von 7,3 Grad Celsius immer häufiger Starksturmereignisse, größere Temperaturschwankungen und lange Trockenphasen unsere bisher örtlich hauptsächlich vorhandenen Baumarten Kiefer und Fichte schwächen."

Für Dieter Ernst ist klar: "Umso wichtiger wird es sein, unsere Wälder mit standortsangepassten, trockenheitsresistenten und wärmeverträglichen Baumarten zu unterstützen - weg von den vorwiegend fichten- und kieferdominierten Nadelholzbeständen, hin zu stabileren Mischbeständen, in denen auch Weißtanne, Ahorn, Rotbuche und Eiche ihren Platz haben."

Unsere Wälder leiden zunehmend deutlicher sichtbar unter den Auswirkungen des sich anbahnenden Klimawandels.Förster Dieter Ernst
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