Elternwille setzt sich durch

"Wir müssen doch nicht nach Schmidgaden", scheinen sich diese beiden Kinder vor der Schule in Schwarzenfeld zu freuen. Der Streit um den Schulort wurde nun so gelöst, dass praktisch alle angehenden Fünftklässler des Marktes gebundene Ganztagsklassen in ihrem Heimatort besuchen werden. Bild: Dobler
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Schwarzenfeld
22.07.2016
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Vor zwei Wochen hat der Marktrat beschlossen, im Streit um den Unterrichtsort für künftige Fünftklässler das Schulamt als Schlichter anzurufen. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan - dass Schwarzenfelder Kinder nach Schmidgaden müssen, ist vom Tisch.

Der Nabburger Schulleiter Simon Weidner, der im Mittelschulverbund Nördliches Naabtal als Koordinator fungiert, wird den Eltern am nächsten Dienstag bei einem Infoabend die neue Entwicklung vorstellen. Das ist dann sein zweiter öffentlicher Auftritt in Schwarzenfeld zu diesem Thema innerhalb kurzer Zeit, nachdem Weidner am 6. Juli bei einer Sitzung des Marktrates seine ursprüngliche Planung vorgestellt hatte. Sie war auf heftigen Widerspruch gestoßen.

Weidner war zunächst davon ausgegangen, dass es in Schwarzenfeld eine gebundene Ganztagsklasse in der Jahrgangsstufe fünf geben wird (18 Schüler, Unterrichtsende um 15.30 Uhr). So hatte er angeordnet, dass die 15 angehenden Fünftklässler aus Schwarzenfeld, die nicht in die gebundene Ganztagesklasse gehen, in der Mittelschule Schmidgaden unterrichtet werden sollen. Ansonsten gäbe es im nächsten Schuljahr in Schmidgaden keine fünfte Klasse, weil die sieben Schmidgadener zu wenige sind für eine ganze Klasse.

Schulamt als Schlichter


Zum Politikum wurde diese Planung nach einem Vorstoß der Freien Wähler im Schwarzenfelder Marktrat, die sich mit Erfolg dafür einsetzten, das Thema am 6. Juli im öffentlichen Teil der Ratssitzung zu erörtern. Vor allem Karlheinz Dausch (Siedler) etablierte sich dabei als Fürsprecher der verärgerten Eltern, die sehr zahlreich die Sitzung besuchten. Einstimmig war der Marktrat schließlich dafür, das übergeordnete Schulamt einzuschalten, das als Schlichter in dieser verfahrenen Situation dienen sollte.

Nun zwei Ganztagsklassen


Wie Helmut Schuster, der Schulleiter der Grund- und Mittelschule Schwarzenfeld, und Simon Weidner in einem gemeinsamen Schreiben an die Eltern nun informierten, hat sich bei der Frage der Klassenbildung für die 5. Jahrgangsstufe eine neue Entwicklung ergeben. Es haben noch 13 weitere Eltern von Kindern der vierten Jahrgangsstufen in Schwarzenfeld Antrag auf Zuweisung in eine gebundene Ganztagsklasse gestellt. Damit sind insgesamt bereits 33 Kinder für den Unterricht in einer rhythmisierten Ganztagsklasse angemeldet.

Bei der Schlichtung mit der Schulaufsicht am Schulamt sowie der Regierung und dem Verbundkoordinator werden nun in Schwarzenfeld zwei gebundene Ganztagsklassen eingerichtet. Eine Regelklasse wird es in Schwarzenfeld in diesem Jahr in der 5. Jahrgangsstufe nicht geben. Schüler aus dem Mittelschulsprengel Schwarzenfeld (derzeit eine Schülerin) und auch aus dem von Schmidgaden (derzeit sieben Schüler), die nicht für die gebundene Ganztagsklasse angemeldet sind, besuchen die Regelklasse in Nabburg.

Allerdings können diese Schüler von ihren Eltern jetzt auch noch für die gebundene Ganztagsklasse in Schwarzenfeld angemeldet werden.
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