Feldgeschworene gewählt
Ehrenamtliche Vertrauenspersonen

Bürgermeister Manfred Rodde (rechts) nahm im Beisein von Vermessungsoberrat Günter Hansowitz (Dritter von rechts), den neu bestellten Feldgeschworenen des Marktes den Eid ab. Aus ihrer Mitte wählten sie Johann Schießl (Zweiter von rechts) als Obmann und Gerhard Koch (Fünfter von rechts) zum Stellvertreter. Bilder: ohr (2)
Vermischtes
Schwarzenfeld
03.03.2016
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Der Marktgemeinderat Schwarzenfeld legte im Juni 1974 die Anzahl der Feldgeschworenen auf 16 Personen fest. Zwischenzeitlich reduzierte sich ihr Kreis auf drei Aktive. Jetzt gab es eine Nachwahl.

Damit erhöhte sich der Stand auf insgesamt 14. Bürgermeister Manfred Rodde sprach im Großen Sitzungssaal seinen Dank für die Bereitschaft aus, dieses kommunale Ehrenamt auf Lebenszeit zu übernehmen. Manfred Piehler tat bereits im Vorfeld kund, dass er aus wichtigen Gründen die Tätigkeit als Feldgeschworener nicht mehr wahrnehmen könne. Er übe dieses Ehrenamt bereits seit März 1985 aus.

Der Bürgermeister würdigte die jahrzehntelange Wahrnehmung dieser wichtigen Aufgabe und überreichte gemeinsam mit Vermessungsoberrat Günter Hansowitz vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Nabburg Buchpräsente als Anerkennung und zur Erinnerung.

Feldgeschworener ist ein kommunales Ehrenamt mit jahrhundertelanger Tradition. Er wirke in Bayern bei Grundstücksvermessungen mit, leitete Hansowitz seine Ausführungen ein und gab einen kurzen, geschichtlichen Rückblick. In Franken bildeten sich vom 16. bis 18. Jahrhundert die Feldgeschworenen aus den sogenannten "Siebenergerichten"(7 Personen): Sie kennzeichneten die Grenzen, belegten Grenzfrevel mit Geldstrafen und schlichteten Grenzstreitigkeiten.

Das Amt des Feldgeschworenen, im Volksmund auch "Siebener" genannt, stellt das älteste noch erhaltene Ehrenamt der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern dar. Erst das Gesetz vom 30. Juni 1900 führt den Zwang zur Abmarkung - zur Grenzsteinsetzung - ein. Seither finden Vermessung und Abmarkung gleichzeitig statt. Das neue Abmarkungsgesetz vom 6. August 1981 hat eine neue Verordnung zur Folge. Die Feldgeschworenen, so der Vermessungsoberrat in seinen weiteren Darlegungen, sind wichtige und zuverlässige Partner.

Sie bilden das Bindeglied zwischen Amt und Bürger. Ortskenntnis, großes Vertrauen bei der Bevölkerung, Gewissenhaftigkeit und Sachkenntnis sind elementare Voraussetzungen bei der Wahrnehmung dieser Funktion. "Über das Ganze Bescheid wissen erleichtert den Ablauf und kann auch zu Vermessungskosten-Einsparungen führen", resümierte Hansowitz.

Die Nachwahl der neuen Feldgeschworenen Heribert Zinger, Hans Koch, Michael Schießl, Johann Hunzinger, Rudolf Neidl, Heinz Hauser, Gerhard Koch, Johann Hauser, Helmut Dobmeier, Klaus Habisreitinger und Bernhard Duschner oblag den aktuellen Feldgeschworenen Johann Schießl und Josef Zweck unter der Leitung des dienstältesten Feldgeschworenen Georg Gradl (1994). Alle "Neuen" erhielten ein eindeutiges Votum. Anschließend nahm Bürgermeister Manfred Rodde den neuen Feldgeschworenen den Eid ab. Aus ihrer Mitte wählten sie als Obmann Johann Schießl - zentraler Ansprechpartner für die Abmarkungstermine zwischen Gemeinde und Vermessungsamt - und als seinen Stellvertreter Gerhard Koch auf sechs Jahre.
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