Für sofortiges Glyphosat-Verbot

Dr. Monika Krüger fordert ein sofortiges Verbot des Glyphosat-Einsatzes.
Vermischtes
Schwarzenfeld
20.05.2016
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Professorin Dr. Monika Krüger erläuterte in einer wissenschaftlichen Vorlesung ihre Untersuchungen zum Pflanzengift Glyphosat, untermauert mit chemischen Formeln und Fachausdrücken. Vor ihr saßen aber keine Biologie- und Chemiestudenten, sondern Landwirte und Verbraucher, die sich schwer taten, den Ausführungen zu folgen.

Acht Parteien, Umweltverbände und kirchliche Organisationen hatten die emeritierte Direktorin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig zu einem Informationsabend eingeladen. Das Interesse war enorm. 350 Zuhörer füllten am Mittwochabend den Saal des Restaurants am Miesberg.

Nach ihrer einstündigen Vorlesung kam die Wissenschaftlerin zu dem Schluss: "Glyphosat ist im Körper der Menschen und Tiere angekommen und nimmt Einfluss auf unser Immunsystem". Dr. Monika Krüger stellte einen Zusammenhang her zwischen Missbildungen und Krankheiten und der Verwendung des Pflanzengifts. Glyphosat, Wirkstoff in vielen Unkrautvernichtungsmitteln, spiele dabei eine entscheidende Rolle. Die Tierärztin belegte ihre Behauptungen mit Quellen und eigenen Untersuchungen.

Das Pflanzengift werde hauptsächlich in China produziert und sei weltweit das meist verbreitetste Pestizid, so Dr. Monika Krüger. Über die Äcker gelange es in die Nahrungskette und sei im menschlichen Urin nachweisbar. Bei Tieren verursache die Chemikalie Fehlgeburten und Missbildungen und sei höchstwahrscheinlich für die Botulismus-Erkrankung bei Rindern verantwortlich. Die Wissenschaftlerin fordert deshalb ein sofortiges Verbot von Glyphosat und langfristig Maßnahmen zur Neutralisierung des Pflanzengifts im Kreislauf der Natur.

Bauer und Kommunalpolitiker Martin Prey aus Niedermurach betreibt einen biologischen Anbau und appelliert an die Eigenverantwortung der Landwirte. Er kritisierte den Bayerischen Bauernverband, der sich mittlerweile für die Zulassung von Glyphosat ausgesprochen habe. Dahinter stecke die Lobby der chemischen Industrie, die mit dem Verkauf des Unkrautvernichtungsmittels ein Milliardengeschäft wittere.

In der Diskussion kamen aber auch andere Stimmen zu Wort. "Es sei nicht nachgewiesen", so ein Landwirt, "dass Glyphosat ursächlich für Missbildungen und Krankheiten verantwortlich sei". Dem widersprach Dr. Monika Krüger mit dem Hinweis auf den Zusammenhang von hoher Glyphosat-Konzentration und entsprechenden Erkrankungen.
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1 Kommentar
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Roberta Orlek aus Zell | 22.05.2016 | 20:06  
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