Gleisbau bremst Zugverkehr aus

Von den beiden jungen Männern am Fahrkartenautomaten wollte einer nach Weiden, einer nach Schwandorf. Aber ihre Züge gehen diese Woche nicht. Dafür werden Busse eingesetzt.
Vermischtes
Schwarzenfeld
03.08.2016
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Der Schienenverkehr ist seit Montag zum Erliegen gekommen. Ein Mann muss trotzdem am Bahn-Überweg Wache halten, denn es gibt ein bisschen Baustellenverkehr auf den Gleisen - noch den Rest der Woche.

Die DB Netz AG, die das Schienensystem unterhält und wartet, lässt derzeit an mehreren Stellen zwischen Schwandorf und Weiden arbeiten und hat dafür die Firma Max Knape Gleisbau aus Kirchheim bei München beauftragt. Deren Aufgabe ist es, Gleise auszubauen, die nicht mehr benötigt werden, Schotter und alte Schwellen zu beseitigen und Weichen zu ersetzen oder zu entfernen. Das passiert zum Beispiel in Irrenlohe, aber auch in Schwarzenfeld, wo es um die Weichen 9, 24, 25 und 26 geht, sowie um das Gleis 3 im Bahnhof, das zwischenzeitlich abgebaut wurde.

Gleis überflüssig


"Dieses Gleis 3 wird nicht mehr benötigt, das Gleisbett war schon schlecht; sogar kleine Bäume wuchsen darin", sagte Josef Gans, der in Schwarzenfeld an den Arbeiten beteiligt ist. "Wenn die Strecke elektrifiziert wird, muss ein neues drittes Gleis gebaut werden", wusste er. Gleis 4 werde hingegen erhalten, "auch wenn es nicht aktuell benötigt wird". Aber man könne es zum Abstellen von Zügen nutzen. Dieses Gleis nutzte früher dem Werksverkehr von Buchtal.

Zwei Weichen südlich des Bahnhofs werden ausgebaut. Sie dienten früher für den Werksverkehr der Unternehmensgruppe Tyczka. "Aber die brauchts nicht mehr", so Gans. Zwei Weichen nördlich des Bahnhofs, beim Sportpark, werden hingegen erneuert. Gearbeitet wird auch am Bahnhof Irrenlohe (Weichenarbeiten) und in Wernberg-Köblitz (Weichen und Gleise), am Bahnhof Nabburg kommt es zu Kabelarbeiten, zu Baumschnitt und ähnlichem mehr.

Wo fährt der Bus?


Weil der Schienenverkehr zwischen Schwandorf und Weiden bis auf die Bauzüge ruht, werden Busse eingesetzt. Das nennt sich Schienenersatzverkehr. Reisende in Schwarzenfeld zum Beispiel haben damit Probleme. Wie sich zeigte, ist die Abfahrtstelle des Busses mal diesseits, mal jenseits der Gleise. Dass und wann die Busse fahren, erfährt man aus Infozetteln im Schaukasten des Bahnhofs; aber sie sind nicht ganz leicht zu entziffern. "An die Stammkunden haben wir bereits Handzettel mit den wichtigen Infos ausgereicht", informierte Gans. Einem junger Fahrgast, der nach Schwandorf wollte, war das nicht genug "Gestern ist der Bus auf der anderen Seite weggefahren. Ich habe hier gewartet und bis ich ihn drüben bemerkt habe, war er schon wieder fort", klagte er. Der Preis für Bus und Bahn sei gleich, stellt ein junger Arbeiter aus den Milchwerken fest, der nach Weiden wollte - und nun eine halbe Stunde auf den Bus warten musste. (Seite 3)
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