Jagdgenossenschaft Frotzersricht tagt
Warnung vor Wildschweinen

Jagdpächter Georg Obermeier stellt die Zusammenarbeit zwischen Jagdgenossen und Jäger dar. Bild: ksi
Vermischtes
Schwarzenfeld
10.03.2016
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Mit etwa 800 Hektar Jagdgebiet und 100 Jagdgenossen gilt die Jagdgenossenschaft Frotzersricht als "eine überschaubare und eine gut kontrollierbare Jagd", urteilte Jagdvorsteher Anton Gradl aus Irrenlohe. Trotzdem ist nicht alles in Butter.

"Es war ein ruhiges Jahr", sagte Gradl bei seinem Rückblick in der Gastwirtschaft Deml in Deiselkühn. Er erinnerte an zwei Ausschusssitzungen, sowie den Besuch der Kreisversammlung zum Thema "Vegetationsgutachten", das von Forstdirektor Albin Kleber vorgestellt wurde. Überdies gab es ein gut frequentiertes Sommernachtsfest. Er kündigte an, dass, falls es nötig werde, an geeigneten Plätzen der Jagdgenossenschaft wieder Schotter angefahren würde, der ausnahmslos für den Wegebau bestimmt sei.

Gradl lobte die Landwirte für Zwischenfruchtanbau, Winterbegrünung, Winterweizen, Wintergerste oder -roggen und Blühflächen als Maisabrundung: "Durch diese Maßnahme werden Lebensräume für das Niederwild geschaffen." Eine Plage für die Jagdgenossen stellen die Krähen und die Schwäne dar. Die Jäger sind gehalten, der stets steigenden Population entgegen zu treten. "Feldfrüchte und Wiesenfutter werden durch Kot verunreinigt", machte Gradl deutlich. Dem Digitalen Jagdkataster gehöre die Zukunft, das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem "Alkis" werde eingeführt.

Jagdpächter Georg Obermeier berichtete, dass die Erfüllung des Abschussplanes von 15 Rehen voll erfüllt wurde, stellte aber bedauernd fest, dass 5 Rehe durch den Straßenverkehr zu Tode kamen. Zu seiner Bilanz gehörten auch 28 Feldhasen (10 durch Verkehr), 20 Füchse und 60 Kormorane; sie wurden durch Jagdgäste in Kooperation mit den Jagdpächtern erlegt. Auch Krähen, Biber, Grau- und Kanadagänse, Stockenten, Blesshühner und Graureiher wurden erlegt.

"Wir müssen wachsam sein, dass keine großen Populationen aus Wildschweinen entstehen", warnte er. Um einen zum Teil erheblichen Flurschaden vermeiden zu können, bitten die Jäger um Mitteilung bei der Sichtung von Wildschweinen: "Wenn die Population ansteigt, wird das in Zukunft ein Problem bereiten." Der "gedeckte Tisch" und die daraus entstehende Gewichtszunahme der Wildschweine steigere die Fruchtbarkeit.

Blühstreifen zur Lebensraumverbesserung für das Wild seien auch ökologisch für die Natur wichtig. Der Bayerische Jagdverband bittet die Landwirte außerdem, die Wiesen von der Mitte nach außen hin zu mähen, um den Wild eine Fluchtmöglichkeit offen zu halten. Falls man Rehkitze bemerke, sollte bei den Mäharbeiten besondere Sorgfalt aufgewendet werden, sagte Obermeier und bedankte sich bei den Jagdgenossen wegen der Jagdunterstützung und der harmonischen Zusammenarbeit.

Auf Antrag der Jäger Jürgen Müller und Franz Böckl zur Bejagung der Kormorane, wird Jagdpächter Graf eine Einzelabschussgenehmigung erteilen, die jederzeit widerrufbar ist. Ein Antrag der Jagdpächter auf finanzielle Unterstützung zur Anschaffung von blauen Wildwarnreflektoren wurde zur Hälfte genehmigt. Die Staatsstraße Richtung Amberg, die Kreisstraße SAD 3 und Gemeindeverbindungsstraßen sollen damit ausgestattet werden. Jäger Friedrich Bertram ist überzeugt, diese Reflektoren seien positiv für das Jagdrevier und eine Aufwertung für die Jagdgenossenschaft.

Graf bat die Angler um Unterstützung, sie sollen ihnen nicht bekannte Personen beobachten, denn schon mehrmals wurden Jagdeinrichtungen beschädigt: "Angler gehen ihrem Hobby zu verschiedenen Zeiten nach und haben mehr Beobachtungs-Möglichkeiten."
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