Kirchweihkonzert in der Christuskirche
Zwischen Bach und Blues

Bariton Jochen Bink und an der Orgel Erwin Oppelt.
Vermischtes
Schwarzenfeld
21.10.2016
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Der Posaunenchor spielte im Altarraum der evangelischen Christuskirche unter Leitung von Renate Oppelt (dritte von rechts). Bilder: wgw (2)

Das Konzert in der evangelischen Christuskirche Schwarzenfeld war eine gelungene musikalische Feierstunde zur Kirchweih. Es gab dabei auch ungewohnte Töne zu hören.

Freie Instrumentalmusik sowie choralgebundene Stücke standen auf dem Programm des Kirchweihkonzertes, das wieder zum großen Teil vom Posaunenchor unter Leitung von Renate Oppelt mitgestaltet wurde.

Seiner Losung "Gott loben, das ist unser Amt" kommt der Posaunenchor immer wieder nach, indem er Gottesdienste musikalisch bereichert und den Gemeindegesang begleitet. So auch hier. Als Auftakt erklang von den zehn Bläsern eine "Festliche Intrade" von Thomas Riegler.

Pfarrerin Heidi Gentzwein begrüßte die rund 100 Zuhörer und führte durch das Programm. Die Besucher waren gleich zu Beginn mit dem gemeinsamen Lied "Himmel, Erde, Luft und Meer" in das Konzert eingebunden.

Mit seiner Baritonstimme sang anschließend Jochen Bink den Choral "Die güldne Sonne" aus dem Bach-Schemelli-Gesangbuch und "Der hat vergeben das ewig' Leben", eine Komposition von Valentin Rathgeber. Siebo Schieder, derzeit Schüler am Gymnasium in Nabburg, hatte sein Debüt auf dem Violoncello mit einem "Marsch" von Bach. Der Posaunenchor spielte gleich im Anschluss vom selben Komponisten ein Menuett.

Passend zur Erntedankfest-Zeit erklang von der Orgel ein festliches Vorspiel zu dem Choral "Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit" von Otto Brieger, bei dem Erwin Oppelt die Möglichkeiten der Orgel voll ausschöpfte. Die beiden folgenden Stücke des Posaunenchores stammten von zeitgenössischen Komponisten: Der "Marche" aus der Suite Baroque von Traugott Fünfgeld (*1971) und die "Intrade" aus der Petite Suite von Eric Mankel (*1978). Max Reger zu Ehren spielte Erwin Oppelt ein Vorspiel zu dem Choral "Allein Gott in der Höh sei Ehr". Die typische komplizierte Harmonik mit vollgriffigen Akkorden und chromatischen Läufen vermittelte einen Eindruck vom Stil dieses Komponisten, der vor 100 Jahren seinen Todestag hatte. Heinz Prokisch begleitete anschließend auf der Orgel die "Sonata a tre" von Pietro Locatelli, einem Barockmeister aus Italien (1698 bis 1764) mit den Sätzen Largo - Allegro vivace - Pastorale: Andante. Die zwei Blockflöten, gespielt von Erwin und Renate Oppelt, brachten eine neue, ruhige Klangfarbe in das Konzert.

Sowohl zeitlich als auch räumlich und stilistisch folgte ein großer Sprung, als plötzlich traditionelle Musik aus Südafrika erklang. Der Marsch "Siyahamba" ("Wir marschieren") von Richard Roblee, einem Posaunenprofessor aus Würzburg, für Posaunenchor arrangiert und von einer Djembé zusätzlich rhythmisch unterstützt, brachte die Zuhörer sichtlich in Bewegung. Die Orgel nahm den afro-amerikanischen Stil auf mit einem Stück von Matthias Nagel (*1958) "Is it Blues?", bevor der Posaunenchor wieder ein traditionelles Spiritual in einer Bearbeitung von Richard Roblee spielte: "Deep River ".

Mit dem ruhigen Bläsersatz des französischen Barockmeisters Jean-Philippe Rameau (1683 bis 1764) "La Nuit" leitete der Posaunenchor den Schluss des Konzertes ein. Nach einer kurzen Besinnung und dem Abendsegen von Pfarrerin Gentzwein schloss das Konzert mit dem gemeinsamen Abendlied "Der Mond ist aufgegangen", zu dem der Posaunenchor Begleitsätze von Max Reger, Heiko Petersen und Hans Peter Günther spielte. Pfarrerin Gentzwein bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden, die dieses abwechslungsreiche Konzert gestaltet hatten.
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