Kühlschrank löste Großeinsatz aus
Ärztin sieht sich missverstanden

Symbolbild: Unger
Vermischtes
Schwarzenfeld
23.09.2016
1234
0

Das unangemessen große Aufgebot an Rettungskräften und Helfern sorgte diese Woche für Verwunderung. In einer Arztpraxis an der Nabburger Straße war Ammoniak ausgetreten, was zu einem Gasalarm führte. Dabei war es mit dem Hinaustragen des Kühlschranks ins Freie getan (wir berichteten). Die Ärztin schilderte nun ihre Sicht des Vorfalls.

"Wir hatten im Labor der Praxis auf einem großen Kühlschrank einen kleinen Kühlschrank mit den Maßen 60 mal 80 Zentimeter, in dem Impfstoffe gelagert waren", erläuterte Dr. Annemarie Gussmann in einem Brief, dem sie neben unserer Redaktion auch an den Schwarzenfelder Feuerwehr-Kommandanten Stefan Sattich schickte.

"Nur ein Reizgas"


Wie die Medizinerin ausführt, habe sie in der Giftzentrale des Krankenhauses Rechts der Isar einen Dr. Schurr gesprochen und ihn zum Verhalten bei Ammoniakgeruch aus dem Kühlaggregat des kleinen Kühlschrankes gefragt. "Er teilte mir mit, NH3 sei nur ein Reizgas und kein Giftgas. Wir sollten den Schrank ins Freie bringen, es ist nicht erforderlich, für die Bronchien etwas zu verabreichen". Nachdem ein zufällig anwesender Chemiker die Austrittstelle von Tropfen aus dem Kühlaggregat gefunden hatte, zeigte sich, "dass wir keine Männer zum Transportieren hatten". So wurde der Medizinerin laut eigenen Worten "empfohlen, auch von der Apotheke, die Feuerwehr zu befragen". Dort habe sie jemanden erreicht und ihn gefragt, "wie wir mit dem Problem umgehen sollten und ob er zwei Feuerwehrmänner schicken könnte, um den kleinen Kühlschrank ins Freie zu tragen".

Es stand noch die Frage im Raum, ob ein Notarzt oder Rettungssanitäter nötig wären. "Das habe ich verneint. Ich bin selbst Rettungsarzt und habe vor der Einrichtung des Notarztsitzes jahrelang Noteinsätze gefahren."

Großes Aufgebot


Dann kam aber anscheinend alles anders, als sich die Medizinerin gedacht hatte: "Entgegen unseren Erwartungen erschienen vier Einsatzwägen der Feuerwehr und der Rettungswagen mit einem Notarzt. Ich habe sofort die Vorgeschichte und den Wunsch nach zwei Feuerwehrmännern geschildert und betont, ich bräuchte keine weiteren Hilfen."

Dr. Gussmann versichert, sie habe mehrmals mit dem Mann von der Feuerwehr wegen des unnötigen großen Einsatzes telefoniert und ihm die Aussagen von Dr. Schurr aus München mitgeteilt, "dass wir lediglich den Kühlschrank ins Freie bringen sollten". Alle diese Telefonate seien überprüfbar. Es gebe überdies eine Ohrenzeugin der Gespräche.

"Beim letzten Telefonat wegen der Ankündigung der Feuerwehrleute, dass die Polizei abgewartet werden müsste, wurde mir versprochen, die Polizei zurück zu rufen. Sie war bereits da und erzählte mir, sie seien auf den Hinweis hin, dass Verletzte vorhanden sind, losgefahren. Ich hatte aber gegen 11.15 Uhr darauf hingewiesen, dass es keine geschädigten Personen gebe."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.