Lebensraum__für Wildtiere
Erste „Wildlebensraumtag“ der Oberpfalz steht bevor

Aufgabe der Wildlebensraumberater ist es, dem Artenschwund in der Kulturlandschaft aktiv entgegenzuwirken. Bild: Gebhardt
Vermischtes
Schwarzenfeld
24.02.2016
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Lebensräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft zu erhalten, zu verbessern und neu zu schaffen, das ist die Aufgabe der Wildlebensraumberater. Balduin Schönberger ist einer dieser Berater. Seit einem Jahr macht er den Job, zum kleinen Jubiläum gibts nun eine Fachtagung.

Ansprechpartner des hauptberuflichen Wildlebensraumberaters sind vor allem Landwirte, Jäger und Jagdgenossen. Sie können sich an die bayernweit agierenden Wildlebensraumberater wenden, wenn sie Unterstützung beim Schaffen von Wildlebensräumen suchen oder sich über die Möglichkeiten der Wildlebensraum-Verbesserung in der Agrarlandschaft informieren wollen.

Wälder bieten heute zahlreichen Wildtieren wichtige Lebens- und Rückzugsräume, doch erst mit dem Schritt vom Wald hinaus in die offene Agrarlandschaft beginnt das Aufgabengebiet der Wildlebensraumberatung. Vor dem Hintergrund der Rückgänge der klassischen Niederwildarten von Hase, Rebhuhn bis zum Fasan und zahlreicher Agrarvögel treten die Wildlebensraumberater dem Artenschwund in der Kulturlandschaft aktiv entgegen. Die Artenvielfalt spannt aber einen weit größeren Bogen, denn unzählige Insektenarten von der Biene bis zum Schmetterling profitieren ebenfalls von der Schaffung von Blühflächen an Waldrändern oder in der Feldflur.

Vorzeigeprojekt gestartet


Vor einem Jahr hat Schönberger seine Aufgabe übernommen. Er ist Teil des Fachzentrums für Agrarökologie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg. Immer wieder ist er draußen, hält Vorträge, berät Jäger und Landwirte, bietet Exkursionen an. Besonders stolz ist er auf ein "Vorzeigeprojekt", das in Lappersdorf (Landkreis Regensburg) ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit dem Hegering und der Gemeinde hat Schönberger 18 Landwirte gefunden, die sich dem Thema "Wildlebensraum" auf ökologische Weise nähern. "Das ist eine rein freiwillige Maßnahme", macht der Berater deutlich. Gerade junge Landwirte seien hier aufgeschlossen, weil man oft mit einfachen Mitteln schon einiges erreichen könne.

Auf Schönbergers Initiative hin wird demnächst der erste "Wildlebensraumtag" der Oberpfalz veranstaltet. Er findet am 19. März ab 9.30 Uhr in der Gaststätte Miesbergstuben in Schwarzenfeld statt.

Das Motto der Tagung lautet "Lebensräume verbessern - Wildtiere fördern - Menschen und Natur verbinden". Es soll eine Plattform entstehen, auf der sich Landwirte, Jäger, Jagdgenossen, Imker, Naturschützer und weitere Interessierte treffen, sich austauschen und informieren, wünscht sich der Wildlebensraumberater.

Für ihn ist es wichtig, Möglichkeiten für Lebensraum verbessernde Maßnahmen im Sinne einer struktur- und artenreichen Kulturlandschaft verstärkt zu nutzen und umzusetzen. Tagungsende ist gegen 16 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos, es wird keine Gebühr erhoben.

Verschiedene Vorträge


Dr. Christof Janko (Landesanstalt für Landwirtschaft) spricht dabei unter dem Titel "Gemeinsam für Artenvielfalt und Kulturlandschaft" bei der Zusammenkunft über die Wildlebensraumberatung in Bayern. Aktuelles aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Förderung der Vielfalt hat Konrad Gold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg parat. Über Lebensraum verbessernde Maßnahmen aus der Praxis berichtet der praktizierende Landwirt Werner Kuhn vom "Netzwerk Lebensraum Feldflur". Christiane Geidel vom Landesbund für Vogelschutz wendet sich dem Vogel des Jahres 2016 zu. "Bunte Landschaften für den Stieglitz", lautet der Titel ihres Vortrags.

"Viel(fältige) Nahrung - leistungsfähige Bienen" wirbt Richard Schecklmann, der Bezirksvorsitzende der Imker Oberpfalz. Projekterfahrung zum Schutz des Großen Brachvogels in der Oberpfalz stellt Wolfgang Nerb von der Regierung der Oberpfalz unter dem Leitmotiv "Wiesenbrüterschutz in Bayern" vor. Den Abschluss bilden die Überlegungen vom Wildmeister des Bayerischen Jagdverbands, Matthias Meyer, zu Niederwild und bodenbrütenden Arten mit Blick auf Biotope und Einflüsse der Prädatoren (Lebewesen, die andere töten, um sich von ihnen zu ernähren).

Ihr Kommen zugesagt haben Landrat Thomas Ebeling, CSU-Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, der Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbands Dr. Günther Baumer, der Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf. Schwandorf Reinhold Witt, Geschäftsführer Josef Wittmann vom Bayerischen Bauernverband Regensburg-Schwandorf und der Abteilungsleiter Fachzentrum Agrarökologie, Josef Rupprecht (Amberg).
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