Lob bei Kolping für Dinkel
Vom Wert eines „Urgetreides“

Claudia Dobmeier schilderte bei ihrem Vortrag bei der Kolpingsfamilie die Vorteile des Dinkels. Bild: ksi
Vermischtes
Schwarzenfeld
14.04.2016
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Es ist ein "Urgetreide" und besitzt eine besonders verträgliche Verteilung von Nährstoffen. Der heute in Supermärkten angebotene Dinkel ist allerdings meist eine gekreuzte Form mit Weizen. Hildegard von Bingen, die den Dinkel schon vor gut 900 Jahren lobte, hätte das wohl nicht gefallen.

Hildegard versicherte damals: "Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit. Und wie immer zubereitet man ihn isst, sei es als Brot, sei es als andere Speise, ist er gut und lieblich und süß."

Claudia Dobmeier nahm sich bei ihrem Vortrag im Restaurant Miesberg, zu dem die Kolpingsfamilie eingeladen hatte, die Vorteile des Dinkels zum Thema. Sie ist die Spezialistin rund um die Hildegardmedizin, eine alternative Heilmethode, die in den letzten Jahren einen stets wachsenden Zuspruch gewonnen hat. So griff sie bei ihrem Referat immer wieder auf Hildegard von Bingen zurück, die einmal betont hatte: "Eure Lebensmittel sollen Heilmittel und eure Heilmittel sollen Lebensmittel sein". Ein wichtiges davon sei eben der Dinkel.

Die neue Aktualität des Dinkels ist aufs Engste mit der Wiederentdeckung der Hildegard-Medizin verknüpft - ja, man kann fast sagen, dass die Heilige Hildegard von Bingen (1098 - 1179) dieser Getreideart posthum "das Leben gerettet hat", denn Dinkel bildet eine der Hauptsäulen ihrer Ernährungslehre. Die Äbtissin sah im Dinkel einen "Allrounder" im besten Sinne - für jeden Menschen und in jeder Lebenslage geeignet und förderlich.

Zusammen mit den alten Getreidesorten Einkorn und Emmer sowie auch der Gerste gehört Dinkel zu den sogenannten "Spelzgetreiden", was sich noch in seinem botanischen Namen "Triticum spelta" widerspiegelt. Bei diesen Getreidearten ist das eigentliche Korn noch von einer Schutzhülle - der Spelzhülle oder einfach dem Spelz - umgeben, die vor der weiteren Verarbeitung erst im sogenannten "Gerbgang" entfernt werden muss.

Diese Spelzen können als Kissen oder Betteinlagen verwendet werden. Sie wirken entzündungshemmend, sagte die Referentin. Kissen mit Naturfüllungen bieten entspannten und erholsamen Schlaf. Andere wie die Getreidekornkissen, Kirschkernkissen, Traubenkernkissen und Rapskissen sorgen für wohlige angenehme Wärme und wohltuende Entspannung.

Im Zuge der landwirtschaftlichen Industrialisierung geriet der Dinkel zunehmend in Vergessenheit. Mit Weizen lassen sich nämlich bis zu 40 Prozent höhere Erträge und deutlich höhere Profite erzielen als mit Dinkel - was mindestens zwei Gründe hat: Dem Dinkel muss einerseits in einem Extra-Arbeitsschritt der Spelz entfernt werden, was beim Weizen nicht nötig ist. Andererseits spricht der Weizen äußerst gut auf Kunstdüngergaben an, während sich der Dinkel von chemischen Düngemitteln nicht beeinflussen lässt. Dinkel ist daher auch das ideale Getreide für die Bio-Landwirtschaft. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Rezepten für jeden Tag und Anlass, wusste die Referentin.
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