Lösung im Schulstreit
Ganztagsschule an zwei Orten

Schulamtsdirektor Georg Kick, Verbundsdirektor Simon Weidner, Verbundssprecher Bürgermeister Armin Schärtl und Bürgermeister Hans Prechtl als Vertreter des Sachaufwandsträgers (von rechts) stellten im Nabburger Rathaus die Lösung für die Bildung der fünften Klassen im Mittelschulverbund "Nördliches Naabtal" vor. Bild: Tietz
Vermischtes
Schwarzenfeld
27.07.2016
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Im Streit um den Unterrichtsort künftiger Fünftklässler im Mittelschulverbund "Nördliches Naabtal" ist eine Lösung gefunden: Dadurch, dass viele Eltern ihre Kinder noch für eine gebundene Ganztagsklasse angemeldet haben, werden nun zwei Klassen gebildet. Sie sind an zwei Standorten.

Nabburg/Schwarzenfeld/Schmidgaden. Bei einem Informationsabend am Dienstag wurden die Eltern in der Mittelschule Schwarzenfeld über diese Lösung in Kenntnis gesetzt. Gestern luden nun Schulamtsdirektor Georg Kick, Verbundsrektor Simon Weidner, Verbundssprecher Bürgermeister Armin Schärtl und der Stullner Bürgermeister Hans Prechtl als Vertreter des Sachaufwandsträgers der Mittelschule Schwarzenfeld zu einem Pressegespräch ins Nabburger Rathaus, um die neuen Entwicklungen bekannt zu geben.

Die wichtigste Nachricht: Es wird zwei gebundene Ganztagsklassen geben. Eine davon wird in Schwarzenfeld unterrichtet, die andere in Schmidgaden. Dass Schwarzenfelder Schüler nach Schmidgaden gefahren werden müssen, ist damit vom Tisch. Doch auch Kinder aus Schmidgaden müssen für die gebundene Ganztagsklasse nicht "pendeln" und besuchen die Schule an ihrem Wohnort. Hinzu kommen noch die Schüler aus der Gemeinde Fensterbach sowie - eventuell - wenige Kinder aus Wernberg-Köblitz und, oder Stulln. Wer das Ganztagsangebot an den beiden Standorten nicht nutzt und die Regelklasse besucht, muss zum Unterricht nach Nabburg fahren.

Räume vorhanden


"Die Räumlichkeiten in Schmidgaden sind vorhanden und die Gemeinde ist bereit umzubauen", legte Schulamtsdirektor Kick dar. Darüberhinaus habe der Rektor jahrelange Erfahrung mit dem Aufbau einer Ganztagsschule und könne auf ein engagiertes Kollegium bauen. Schulverbundsleiter Simon Weidner hatte zuvor noch einmal kurz die Entwicklung der vergangenen Wochen in Erinnerung gerufen. In der Verbundssitzung mit Bürgermeistern und Schulleitern sei demzufolge mit großer Mehrheit befürwortet worden, in Schwarzenfeld eine Ganztagsklasse einzurichten und die reguläre fünfte Klasse in Schmidgaden.

Das hätte allerdings zur Folge gehabt, dass Kinder aus Schwarzenfeld nach Schmidgaden hätten fahren müssen. Dagegen regte sich in den vergangenen Wochen massiver Protest der Schwarzenfelder Elternschaft (wir berichteten mehrfach). 13 weitere Schüler seien daraufhin für die Ganztagsklasse und nicht für den Regelzug angemeldet worden. Schmidgaden und Fensterbach hätten daraufhin ebenfalls angekündigt, ein Ganztagsangebot schaffen zu wollen und ihre Schüler nicht nach Schwarzenfeld zu fahren. Auf dieser Grundlage basiert die nun präsentierte Lösung.

Hans Prechtl, Vertreter des Sachaufwandsträgers der Mittelschule Schwarzenfeld, äußerte Verständnis für diese Reglung und betonte: "Ich trage diese Entscheidung mit". Die Schwarzenfelder Eltern hätten damit auch einen Punkterfolg errungen. Prechtl sagte aber auch, dass er den Eindruck habe, dass einige Schüler eigentlich nicht unbedingt in die Ganztagsschule gehen wollten, aber wegen des Standortes dafür angemeldet worden seien. "Ob das pädagogisch sinnvoll ist, da mache ich ein Fragezeichen dahinter", unterstrich Prechtl. Er wünschte sich, dass diese Diskussion jetzt nicht jedes Jahr im Juli aufkommen wird und plädierte dafür, eine vorausschauende Lösung zu finden.

Schulen erhalten


Verbundssprecher Armin Schärtl erinnerte an die Vereinbarung der fünf Schulen im Verbund, der sich als Solidargemeinschaft sieht. Ziel sei es, im Sinne der Kinder eine wohnortnahe Beschulung anbieten zu können und die einzelnen Standorte möglichst lange zu erhalten. "Es geht nur im Verbund, drei große und zwei kleinere Schulen noch über Jahre am Leben zu erhalten", war Schärtl sicher.

Es geht nur im Verbund, drei große und zwei kleinere Schulen noch über Jahre am Leben zu erhalten.
Verbundssprecher Armin Schärtl

Schulamtsdirektor Kick wies abschließend auf einen Informationsabend an der Schule Schmidgaden hin, bei dem organisatorische Fragen zum Ganztagsangebot im Mittelpunkt stehen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Kick dankte auch Verbundsdirektor Weider - er geht am Montag in Pension - für seine Arbeit. Weidners Weitblick und Rücksichtnahme auf die Belange anderer habe er stets sehr geschätzt, betonte Kick und hob hervor, dass der scheidende Verbundsdirektor seine Aufgabe in seinem sehr gut arbeitenden Verbund überaus hervorragend gelöst habe.

HintergrundDer bisherige Schulverbundsrektor Simon Weidner tritt in wenigen Tagen in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Leiter der Mittelschule Nabburg, Robert Häusler, wird Weidner auch an der Spitze des Schulverbunds "Nördliches Naabtal" folgen. Das wurde am Rande des Pressegesprächs zur Beschulung der künftigen Fünftklässler bekannt.

Ein entsprechendes Schreiben der Regierung der Oberpfalz ging vor wenigen Tagen beim Staatlichen Schulamt im Landkreis Schwandorf ein. Häusler koordiniert damit ab 1. August den Verbund, dem neben der Mittelschule Nabburg auch die Schulen in Wernberg-Köblitz, Schmidgaden, Pfreimd und Schwarzenfeld angehören. Zu seinen Aufgaben gehören damit auch die Klassenbildung für den Schulverbund sowie die Verteilung der Klassen auf die einzelnen Schulen.


Freude auch in Schmidgaden"Sehr positiv": So bewertet der Schmidgadener Bürgermeister Josef Deichl die getroffene Entscheidung auf Nachfrage des NT. Der Schulverbund hat laut Deichl das Ziel, miteinander Standorte zu erhalten. Dies sei heuer leider schwierig geworden, "weil ein Standort sich mit zwei Klassen ausstatten wollte". Deichl lobte aber seine Bürgermeisterkollegen in den Schulverbundsgemeinden: Sie hätten alle das eigentliche Ziel verfolgt. In Schmidgaden laufen bereits die Arbeiten für die gebundene Ganztagsschule: Schulleiter Edgar Hanner und die Gemeinde erarbeiten gemeinsam ein Konzept, und auch die Frage nach der Versorgung der Schüler ist schon geklärt: Eine Catering-Firma, die bereits mit der Grundschule Fensterbach zusammenarbeitet, wird die Kinder in Schmidgaden verpflegen. Räumlichkeiten stünden auch genügend zur Verfügung, schilderte Deichl und betonte: "Wir erfüllen alle Voraussetzungen". (tib)
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