Markt planvoll voran bringen

Petja Hargarter und Dr. Ulrich Wiehler vom Büro "Umbau Stadt" aus Weimar waren die ersten, die am Mittwoch dem Marktrat, Bürgermeister Manfred Rodde (von links) und den Spitzen der Verwaltung ein Konzept für integrierte Stadtentwicklung vorstellten. Vier weitere Experten-Teams folgten in einer Mammutsitzung. Bild: Dobler
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Schwarzenfeld
01.07.2016
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Gebietsreferentin Birgitt Niegl von der Regierung der Oberpfalz ist unter anderem für den Landkreis Schwandorf zuständig. So las sie als Gast bei der Marktratssitzung den Räten und der Verwaltung die Leviten. "Sie müssen Ideen entwickeln, umsetzen und vor allem dran bleiben", forderte sie mit Blick auf die Entwicklung des Ortes. Da geschehe noch zu wenig.

Aber der Markt will die Weichen nun richtig stellen. So wurden für Mittwoch fünf Büros für Stadtplanung aus ganz Deutschland nach Schwarzenfeld ins Rathaus eingeladen, die ihre Ideen für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, vorstellen durften.

Nachhaltige Entwicklung


"Integrierte Stadtentwicklung" bedeutet, bei der Entwicklung des Ortes Siedlungsstruktur, Verkehr, Umwelt und soziale Belange im Zusammenhang zu betrachten. Ziel ist, bei immer schnellerer Veränderung von Rahmenbedingungen und Anforderungen eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

Dazu haben sich das Büro "Umbau Stadt" aus Weimar, das Büro "u.m.s. Urban Management Systems" aus Leipzig, das Büro "DIS Dürsch Institut für Stadtentwicklung" aus München, das " Büro Projekt 4" aus Nürnberg, sowie die mit Schwarzenfeld bereits bestens vertrauten Architekten und Stadtplaner des Büros SHL aus Weiden intensiv Gedanken gemacht. Jedes Team hatte eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeit, sein Konzept zu präsentieren. Eine Entscheidung fiel am Ende noch nicht; es wird noch ein paar Tage dauern, bis der Zuschlag erteilt wird.

Eines der Büros wird den Auftrag erhalten und begleitet den Ort und seine Entscheider, aber auch die Bürger im Laufe eines Jahres durch den Prozess der Bewusstmachung und Vorausschau. Die Erarbeitung des Konzeptes gründet sich bei allen auf den Dialog der Bürger und Akteure mit den Fachplanern und der Verwaltung. In diesem Prozess soll die Binnensicht der Bürger und der lokalen Akteure mit der Außensicht der Fachplaner rückgekoppelt und in ein realistisches Gesamtbild der Stadt, ihrer Probleme, aber auch ihrer Chancen, überführt werden.

Den ISEK-Prozess haben schon andere Gemeinden in der Region angestoßen, Nabburg zum Beispiel, oder Pfreimd. "Ihnen laufen die anderen Kommunen rund um davon", appellierte Birgitt Niegl an die Verantwortlichen in Rathaus und Rat. Sie erinnerte daran, dass die letzte Maßnahme zur Ortskernsanierung in Schwarzenfeld die Gestaltung des Platzes am Kreuz gewesen sei. "Ihnen fehlen Leuchttürme in Schwarzenfeld", meinte sie und forderte nachdrücklich, die Chance von ISEK zu nützen, um die Gemeinde voranzubringen.

Viele Baulücken


Für die Planer war klar, dass der Markt über Potenzial verfügt, etwa die gute sportliche Infrastruktur, die schöne Landschaft und die gute Anbindung an den Fernverkehr. Andererseits gibt es auch "Baustellen" die bearbeitet werden müssen. "Aktives Bauflächen-Management" wurde beispielsweise empfohlen, damit der Markt an Baugrund kommt. Ein neues Baugebiet auszuweisen ist nämlich schwierig, solange es im Markt noch insgesamt 204 Baulücken gibt, die über die ganze Fläche des Ortes verstreut liegen und eigentlich sofort bebaut werden könnten. So wurde empfohlen, Grundstücksbesitzer ganz konkret ansprechen und ihnen Möglichkeiten - wie etwa Grundstückstausch - aufzeigen.

Ein weiteres wichtiges Thema für Schwarzenfeld ist das Areal Bauer in Ortsmitte. "Hier muss etwas getan werden", lautete der Tenor aller Büros. "Dieses Areal stellt eine "Wunde im Ort" dar, machte Städteplaner Dr. Emil Lehner deutlich.
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