Marktrat tagt
Markt bleibt auf Kosten sitzen

Als der Bauausschuss vor einigen Monaten die Duschen und Umkleiden im Hallenbad besichtigte, taten sich hohe Investitionssummen auf. Bild: Dobler
Vermischtes
Schwarzenfeld
28.09.2016
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Der Damenumkleide- und Duschbereich im Hallenbad muss saniert werden. Darüber ist sich der Marktrat schon seit einem halben Jahr klar. Trotzdem gab es jetzt für die Mitglieder des Gremiums eine kalte Dusche.

Vor genau fünf Monaten hat der Bauausschuss des Marktrates das Hallenbad besichtigt und die Umkleiden und Duschen genauer unter die Lupe genommen. Zunächst ging es um den Bereich für die Damen, wo sich deutlicher Sanierungsbedarf zeigte, auf den Berthold Braun von der Technischen Bauverwaltung des Rathauses aufmerksam machte.

350 000 Euro teuer


"Unter dem Estrich hat sich großflächig Feuchtigkeit ausgebreitet," bedauerte Braun damals. Ursache dafür dürften schadhafte Fugen der Boden- und Wandbeläge sein. Trocknungsgeräte seien hier wirkungslos. So muss der komplette Bodenaufbau ausgebaut, abgedichtet und erneuert werden.

Und wenn man schon dabei ist, soll gleich der ganze Umkleide- und Duschbereich für Damen neu gemacht und behindertengerecht ausgestattet werden. "Außerdem wollen wir Farbe in den Bereich bringen", kündigte Braun an. Das sterile Weiß von Wänden und Böden ist 50 Jahre alt und zwischenzeitlich stilistisch "out". Die Kostenschätzungen beliefen sich auf 175 000 Euro.

Damals wurde angeregt, auch die Herrenumkleiden mit zu sanieren, bei denen mit ähnlichen Schäden zu rechnen ist. Der Bauausschuss hatte nichts dagegen, regte aber eine Prüfung der Fördermöglichkeiten an, bevor der Marktrat über das weitere Vorgehen entscheidet.

Keine Förderung möglich


Zwischenzeitlich wurde von der Verwaltung abgeklärt, dass es für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen keine Fördermöglichkeiten gibt. "Bei einer zeitgleichen Sanierung der Damen- und Herrenbereiche ist somit mit Kosten von 350 000 Euro zu rechnen, die vollständig vom Markt zu tragen sind", bedauerte Bürgermeister Manfred Rodde. Er riet davon ab, beide Bereiche zeitgleich auszuführen, "um den Badebetrieb aufrecht erhalten zu können". Weil der jetzt erforderliche Umfang der Arbeiten nicht absehbar gewesen sei, habe man in den Haushalt für dieses Jahr nur etwas mehr als ein Zehntel der nötigen Summe eingestellt - 40 000 Euro. "Für die Haushaltsplanungen der nächsten Jahre wird versucht, entsprechende Mittel einzuplanen", kündigte der Bürgermeister an.

Im August dieses Jahres begann die Erneuerung der Heizung im Kindergarten St. Martin. 60 000 Euro werden die Arbeiten kosten, wobei zwei Drittel der Markt zu zahlen hat; den Rest schultert die katholische Pfarrei. Fördermittel von der öffentlichen Hand wird es nicht geben, weil die sogenannte "Bagatellgrenze" (100 000 Euro) unterschritten wird. Der Marktrat hatte nichts dagegen, die Summe von 40 000 Euro für den Kindergarten aufzubringen. Aber einer der Räte wollte dann doch noch wissen, ob der Markt bei der Vergabe der Arbeiten habe mitreden dürfen. Die Antwort war deutlich: "Nein."
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