Milchwerke rüsten weiter auf
Bauausschuss des Marktrates behandelt drei Bauanträge aus der Naabtaler-Zentrale

Das frühere Firmengebäude des Maschinenbauers Wiko-Piehler ist seit geraumer Zeit in Besitz der Milchwerke. Es dient derzeit als Lagerhalle. Die Bauarbeiten davor haben mit der Druckleitung von den Milchwerken zu deren neuer Kläranlage bei Irrenlohe zu tun.
Vermischtes
Schwarzenfeld
29.01.2016
126
0
 
Wie ein riesiges, silbernes Gebirge wirken die zahlreichen Silos auf dem Gelände der Naabtaler Milchwerke auf den Betrachter. Der Bauausschuss hat nun seine Zustimmung zur Errichtung von mehreren zusätzlichen Silos gegeben. Bilder: Dobler (2)

Seit geraumer Zeit geben die Naabtaler Milchwerke dem Bauausschuss des Marktrates gut zu tun. In der jüngsten Sitzung lagen sogar drei Bauanträge aus der Zentrale an der Molkereistraße gleichzeitig auf dem Tisch.

Dabei ging es zwei Mal um riesige Tanks, die den Silowald auf dem Grundstück weiter vergrößern werden, und einmal um einen Tunnel. Er soll das neue Hochregallager und das benachbarte Kommissionier- und Logistikzentrum verbinden.

Dieses Zentrum entsteht in den alten Werksanlagen der Kago und Röhl Ofenkachelfabrik an der Siemensstraße, die von der Molkerei übernommen wurden und für neue Zwecke genutzt werden. Bestückt wird der entstehende Tunnel mit Palettenfördertechnik, so dass Ware aus dem Lager ins Zentrum geschafft werden kann.

Ging der Tunnelplan beim Bauausschuss ohne Gegenstimme über den Tisch, verweigerte Marktrat Manfred Kurz den Siloplänen (jeweils als einziger) seine Zustimmung. Kurz wohnt in Kögl in Sichtweite des Riesenbetriebs und hatte sich schon dagegen gesperrt, als das 40 Meter hohe Hochregallager gebaut werden sollte - am Ende vergeblich, das Gebäude steht vor seiner Vollendung. Auch der Widerspruch gegen die Tanks nutzt schlussendlich nichts, da der Ausschuss mit großer Mehrheit gewillt war, die Projekte gut zu heißen.

Worum es dabei geht: Zunächst um zwei Joghurt-Prozesstanks von jeweils 22,5 Metern Höhe und 3,5 Metern Durchmesser (Fassungsvolumen je 250 000 Liter), die neben das Gebäude der Joghurtherstellung kommen. Nötig wird die Aufstellung dieser Silos, weil die steigende Produktvielfalt im Bereich Joghurts und Desserts immer mehr Grundmassen erfordert.

Der nächste Bauantrag hatte mit einem Silo für Salzlake zu tun, das an der Ostseite der Käserei aufgestellt wird. Es fasst 300 000 Liter Salzlake, ist 23 Meter hoch und hat fast fünf Meter Durchmesser. Dieser Tank dient als Puffer für die vorhandenen Salzbadebecken und ist zuständig für den Niveauausgleich zwischen leeren und mit Käse gefüllten Becken.

30 Tonnen Trockensalz


Ebenfalls an die Ostseite der Käserei kommt ein Salzsilo für 30 Tonnen Trockensalz, das über eine Dosieranlage den erforderlichen Salzgehalt in der Salzlake nachschärft (elf Meter hoch, vier Meter Durchmesser). Beide Anlagen lösen nahezu 20 Jahre alte Anlagen ab, die bisher im Gebäude aufgestellt waren. Um im Gebäude Platz zu gewinnen, kommen die neuen Anlagen ins Freie.

Platzbedarf: Flächen der Nachbarfirmen aufgekauftDer Platzbedarf der expandierenden Milchwerke ist enorm. Nicht nur die frühere Ofenkachelfabrik gehört zwischenzeitlich zum Flächenensemble der Naabtaler. Auch die Maschinenbauer Wiko-Piehler (ebenfalls Siemensstraße), die sich südlich der Milchveredler befunden haben, sind nicht mehr in Schwarzenfeld. Die dortige Fabrikhalle wird von der Molkerei weiter genutzt - als Lager. Der Betrieb Wiko-Piehler ist im vergangenen Jahr nach Schwandorf umgesiedelt. In Besitz der Milchwerke sind überdies die Nachbarflächen, die früher die Unternehmen Schlegl und Spedition Gullich beherbergt hatten. (td)
Weitere Beiträge zu den Themen: Bauausschuss (145)Milchwerke (7)Silo (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.