Neue Ideen für den Friedhof in Schwarzenfeld

Der Blick über den Friedhof Richtung Leichenhalle zeigt auch, dass es zwischen den Gräbern freie Flächen gibt. Dort könnte man kleine Urnengräber anlegen, da die Zahl der Erdbestattungen ab- und die Zahl der Urnenbestattungen zunimmt. Bild: Steinbacher
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Schwarzenfeld
19.02.2016
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Auf den Friedhof kommen Veränderungen zu. Das Schlagwort lautet "moderne und alternative Bestattungsformen".

Landschaftsarchitekt Andreas Thammer aus Winklarn hat sich den Friedhof angesehen und einige Vorschläge für Neu- und Umgestaltungen erarbeitet, die er am Mittwoch dem Marktrat vorstellte. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass es immer mehr Urnenbestattungen gibt, gleichzeitig aber immer mehr Erdgräber aufgelassen werden - was zu freien Flächen auf dem Friedhof führt.

Daneben ging es auch darum, die Wege Rollator gerecht anzulegen. Denn der viele Kies auf den Wegen behindert ältere Menschen und Rollstuhlfahrer. Für Marktrat Manfred Müller (ÜPW) war das auch gleich das wichtigste Thema: "Die Wege müssen barrierefrei sei", urteilte er.

Bürgermeister Manfred Rodde lenkte den Blick auf fehlende Urnenplätze: "Wir brauchen neue." Dabei hatte er keinesfalls eine weitere Urnenwand im Sinn, wie es sie auf dem Friedhof schon gibt. Er würde lieber moderne und alternative Bestattungsformen zulassen. Soweit wie Sonja Laußer (CSU), die Platz auch für anonyme Beerdigungen forderte, wollte er aber nicht gehen. Denn das empfand Rodde als Kulturbruch und hielt das seiner Parteifreundin auch deutlich entgegen.

Auch über die Erweiterungsfläche am Rande des Friedhofs wurde diskutiert. Der Bürgermeister riet davon ab, sie schon jetzt zu nutzen. "Das würde den Friedhof zersiedeln", fand er. Landschaftsarchitekt Thammer regte an, dort einen kleinen Park anzulegen, der der Besinnung dienen könne.

Urnen in die Erde


Gut angekommen ist die Anregung Thammers, Erdurnengräber anzulegen - kleine Flächen mit Stelen drauf. So könnte man die frei gewordenen Areale zwischen den Gräbern sinnvoll nutzen. Der Hauptverwaltungsausschuss soll sich dazu Gedanken machen, hieß es in einem Beschluss der Räte dazu, und die entsprechenden Flächen festlegen. Angenommen wurden auch Thammers Ideen zur Grünstruktur des Friedhofs, der mit Hecken, kleinen Bäumen, grünen Staudeninseln und ähnlichem mehr optisch aufgewertet werden soll.

Was die Wege anbelangt, so hat der Landschaftsarchitekt vorgeschlagen, von ihrer kompletten Befestigung zwar abzusehen, aber zumindest in der Mitte der Hauptwege einen Streifen zu befestigen, auf dem man mit Rollator und Rollstuhl unproblematisch vorankommt. Auf den Randbereichen bleibt weiter Kies liegen, sie können von den Fahrzeugen der Bestatter und Steinmetze wie bisher befahren werden.

GrabstellenIm Friedhof Schwarzenfeld gibt es 1295 Gräber; 297 Grabstellen sind noch oder wieder frei. Bestattet wurden im vergangenen Jahr 80 Menschen - 32 durch Erdbestattungen, 48 in Urnen. (td)
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