Nicht jeder Verein, der alte Schuhe und Textilien möchte, hat einen guten Ruf
Warnung vor ominösen Kleider-Sammlungen

Immer wieder versuchen Privatorganisationen per Sammlung an Schuhe oder Altkleider zu kommen und stellen dazu Eimer oder Körbe an den Straßen auf, in diesem Fall in Schwandorf. Sie sind unübersehbar und manchem ein Ärgernis. Bild: Dobler
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Schwarzenfeld
07.07.2016
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"Kinder in Not brauchen Ihre Hilfe" steht auf dem Aufkleber, der die Deckel der großen Eimer ziert. Sie stehen die ganze Straße entlang an den Grundstückseinfahrten. Man soll also spenden, am besten Schuhe, aber auch Altkleider. Aber viele sind erst einmal misstrauisch. Wer sind denn diese Organisationen, die andauernd etwas einsammeln möchten - und dürfen sie das überhaupt?

Das Thema bewegt die Menschen und so machte es sich diese Tage auch Hans Prechtl zu eigen, der Bürgermeister der Gemeinde Stulln. Er saß mit dem Nabburger Polizeichef Günther Vierl bei einer Konferenz im Schwarzenfelder Rathaus zusammen und sprach die Sache an. "Dieses dubiose Sammeln", wie es Prechtl nennt, geht ihm schon lange auf die Nerven, und den Bürgern nicht nur seines Ortes ebenfalls.

"Ich würde diesen unbekannten Organisationen nichts geben", machte Prechtl klar, "denn es gibt doch genügend seriöse Sammler". Vierl verwies im Gegenzug darauf, "dass das Sammeln nicht verboten ist, denn das Bayerische Sammlungsgesetz gibt es nicht mehr". Also könne jeder herumgehen und sammeln.

Komische Container


Ein anderes Thema seien die Container, die hin und wieder aufgestellt würden. "Bei uns standen solche Container herum, sogar mit Telefonnummer drauf, aber auf unseren Anruf hin hat sich niemand gemeldet", berichtete der Schwarzenfelder Bürgermeister Manfred Rodde, der mit dem Thema ebenfalls schon zu tun hatte. Rodde hat die Containern in der Folge vom Bauhof entfernen und woanders lagern lassen. "Aber auch deswegen hat sich noch niemand bei uns gemeldet." Für Günther Vierl ist klar, dass ein Container auf öffentlichem Grund nicht aufgestellt werden darf, denn das wäre eine genehmigungspflichtige Sondernutzung - und auch nicht auf Privatgrund, außer, der Besitzer hat vorher Ja gesagt. "Das Thema beschäftigt alle Bürgermeister", wusste Vierl.

Darf man eigentlich als Anwohner die Körbe und Eimer, die für das Sammelgut bereit stehen, wegnehmen und selbst nutzen, vielleicht als Wäschekorb? "Das nicht," präzisiert der Polizeibeamte. "Man muss sie aber auch nicht wochenlang vor dem Haus oder auf dem Mäuerchen stehen lassen." Am besten also wegräumen und am Sammeltag wieder leer (oder gefüllt, je nach Gusto) hinausstellen.

Der Verein "Help-World e.V.", der derzeit in Schwandorf aktiv ist und mit dem Slogan "Kinder in Not brauchen Ihre Hilfe" die Geberlaune zu steigern sucht, kommt laut eigenen Angaben aus St. Georgen, einer Kleinstadt im Schwarzwald. Im dortigen Rathaus bezeichnet man auf Nachfrage den Verein als "ominöse Sache". Auch wenn der Betreiber des Vereins im Ort gemeldet sei, "wissen wir eigentlich nicht, was genau dahintersteckt".
1 Kommentar
Alexander Unger aus Amberg in der Oberpfalz | 14.07.2016 | 10:07  
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