Räte votierten einstimmig für neuen Bebauungsplan

Acht Hektar Brachland sollen einmal zu einer Erweiterung des Gewerbegebiets West werden. Das Areal liegt in Sichtweite zu den Milchwerken (im Hintergrund) und wird nur durch die Staatsstraße nach Amberg vom Ortsteil Kögl getrennt. Das zieht Vorgaben beim Lärmschutz nach sich. Bild: Dobler
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Schwarzenfeld
11.12.2015
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Chef-Planer Thomas Seuß war höchstpersönlich gekommen, damit das heikle Thema nicht wieder Wellen schlägt. Und er ließ sich viel Zeit, um den Markträten den überarbeiteten Bebauungsplan "Gewerbegebiet West" vorzustellen.

Für das Areal im Bereich "Kellerwirtsberg" wurde vor einem Monat erst nach einer heftigen Debatte im Marktrat entschieden, im übergreifenden Flächennutzungsplan einen neuen Gebietscharakter einzutragen - weg von einem Industriegebiet, hin zu einem Gewerbegebiet. Danach konnten die Fachleute des Amberger Büros Seuß ihre Bebauungspläne zeichnen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sich dort Betriebe ansiedeln.

Auslöser für die Umwidmung zum Gewerbegebiet war ein Lärmschutzgutachten eines Regenstaufer Büros, für das sich die Experten umgesehen und festgestellt hatten, dass es in der Nachbarschaft des neuen Gebiets bereits Betriebsgelände gibt, auf denen Werksleiterwohnungen stehen. Außerdem ist der Ortsteil Kögl mit seiner Wohnbebauung nicht weit weg und auch nicht die Milchwerke, die als Industriebetrieb Tag und Nacht lärmen dürfen. Schließlich hat man noch die benachbarte Schießanlage der Frotzersrichter "Kleeblätter" als Lärmfaktor identifiziert.

Das alles führt nun dazu, dass ansiedlungswillige Betriebe mit exakten Vorgaben zu tun bekommen, wie laut sie sein dürfen. Die entsprechenden Werte wurden für jeden Teilbereich des Gewerbegebiets eigens berechnet. Das heißt auch, dass sich künftige Betriebe aktiv Gedanken über Schallschutz machen müssen - inklusive Schallschutz-Gutachten. Inwieweit das abschreckend auf ansiedlungswillige Unternehmen wirkt, wie einige Markträte mutmaßten, wird sich zeigen müssen. Gegebenenfalls kommt der Markt möglicherweise in die Pflicht, für Schallschutz finanziell in Vorleistung zu gehen, um Bewerber zu überzeugen.

Thomas Seuß schilderte dem Plenum auch, wie er sich die Erschließung des acht Hektar großen Areals vorstellt. Eine zentrale Verbindung wird zwischen der Max-Plank-Straße und der Ohmstraße hergestellt, sagte er, mehrere Stichstraßen mit Wendehammer erschließen dann die einzelnen Grundstücke. Die Räte votierten am Ende einstimmig für den neuen Bebauungsplan und seine Vorgaben. Ausgelegt wird der Plan zur öffentlichen Begutachtung Anfang nächsten Jahres im Rathaus. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Klopapier im Kanalauslauf


Thema der Sitzung war auch ein Kuriosum, das Markträtin Gabi Wittleben kürzlich beobachtet hatte. Aus dem Rohr des Kanalauslaufs beim Feuerwehrhaus floss nicht nur Wasser in Richtung Naab, hatte sie bemerkt und gleich fotografisch festgehalten, sondern auch allerlei Unrat - unter anderem Klopapier.

"Was ist da los?", wollte sie bei der November-Sitzung des Marktrates von der Verwaltung wissen und bekam nun Antwort. "Die Ursache des beobachteten Toilettenpapiers dürfte ein Fehlanschluss des Leichenhauses sein", informierte Bürgermeister Manfred Rodde. Dieser Anschluss werde in den nächsten zwei Wochen richtig hergestellt, versprach er.
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