„Reichsheimstättensiedlung“
Einzigartige Siedlung bleibt

Eine Absage gab es im Marktrat für eine Aufhebung des Bebauungsplans "Reichsheimstättensiedlung" am Deiselkühner Weg. Das Ensemble gilt als "einzigartig" und soll nicht verändert werden. Bild: Hartl
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Schwarzenfeld
26.03.2016
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Für die einen ist es Wohnen im historischen Ensemble, für die anderen schlicht nicht zumutbar. Das Thema "Reichsheimstättensiedlung" spaltete auch den Marktrat.

Die Siedlungshäuser im Reihenhausstil am Deiselkühner Weg stammen aus dem Jahr 1937. Damals hat man anders gebaut als heute und so verwunderte es nicht, dass dem Marktrat eine Voranfrage eines Bewohners vorlag, der sein Haus am liebsten abgerissen und nach modernen Maßstäben neu gebaut hätte. Und zwar so, dass das Haus gedreht wird und künftig frei steht und außerdem eine Garage auf das Grundstück kommt. Dazu müsste aber der Marktrat den Bebauungsplan aufheben.

"Andere Anforderungen"


Weil die "Reichsheimstättensiedlung" als einzigartig gilt, wurden vor der Debatte im Rat Stellungnahmen eingeholt. Architekt Thomas Wein, der den Markt in solchen Fragen schon länger berät, fand in seiner schriftlichen Antwort keine Argumente, die für die Voranfrage des Bauherren zählen könnten. Auch Kreisbaumeister Franz Schober vom Landratsamt Schwandorf zeigte sich abgeneigt. "Die Siedlung bildet mit seiner fast geschlossenen Straßenbebauung, den Wohnhöfen und den Gärten eine städtebauliche Struktur, die in der Oberpfalz mittlerweile wohl einzigartig ist". Er plädierte nachdrücklich dafür, das markante Siedlungsbild der Reichsheimstätte zu erhalten. So weit die Theorie. Markträte quer durch die Fraktionen sahen das aber anders.

"Heute gibt es doch andere Anforderungen ans Wohnen", warf Peter Irlbacher ein. Peter Neumeier schlug in die gleiche Kerbe: "Wir müssen uns einmal Gedanken manchen, dass die Nutzungsfähigkeit der Häuser für junge Familien erhalten bleibt." Auch Manfred Kurz argumentierte in diese Richtung. "Wir verhindern Zukunftsplanung", urteilte er für den Fall, dass der Bebauungsplan nicht aufgehoben würde, "denn in 20 Jahren wird keiner mehr so wohnen wollen". Ähnlich äußerten sich Hans-Peter Hierl und Gabi Wittleben.

Ihnen hielt Bürgermeister Manfred Rodde entgegen, dass man die Eigenheiten von Reihenhäusern berücksichtigen müsse und nicht alles der Beliebigkeit preisgeben dürfe. Damit hatte er eine Mehrheit von 13:6 hinter sich und der Wunsch des Anwohners, den Bebauungsplan aufzuheben, wurde abgelehnt.
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