Saatkartoffel-Erzeugervereinigung Oberpfalz tagt
Immer weniger Erzeuger

Landes-Geschäftsführer Dr. Christian Augsburger, Vorsitzender Johann Schießl, Geschäftsführer Thomas Zirngibl und Verbandsbetreuerin Theresia Addokwei berichteten bei der "Saatkartoffel-Erzeugervereinigung Oberpfalz". Bild: ohr
Vermischtes
Schwarzenfeld
11.03.2016
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Sorge bereitet der Rückgang der Zahl der Pflanzkartoffel-Erzeuger im Bezirk. Die Anzahl der Betriebe reduzierte sich in der Oberpfalz im letzten Jahr um ein Siebtel.

Der Vorsitzende der Saatkartoffel-Erzeugervereinigung Oberpfalz, Johann Schießl, bemängelte bei der Eröffnung der Zusammenkunft im Restaurant Miesberg vor zahlreichen Ehrengästen das kontinuierlich nachlassende Interesse der Mitglieder. "Der Kreis wird immer kleiner, die Vermehrung immer komplizierter. Viele steigen aus", merkte der Sprecher kritisch an.

Nur zehn Mitglieder da


Von 55 Mitgliedern waren nur 10 anwesend, kritisierte ein Teilnehmer. In den letzten Jahren nahm das Interesse beständig ab. "Die Gebühren und Auflagen müssen für die Vermehrer wieder weniger werden", lautete seine Forderung.

"Satzungsgemäß erfülle ich durch die Betriebsübergabe nicht mehr die Voraussetzungen zum Übernehmen des Vorsitzes und ich stelle daher nach 25 Jahren mein Amt zur Verfügung", gab Johann Schießl gegen Veranstaltungsende bekannt. Aus dem Beirat ist ein neuer Vorsitzender zu wählen. "Ein ordentlicher Ruck geht nach unten", signalisierte Landwirtschaftsoberrätin Theresia Addokwei vom Fachzentrum Pflanzenbau/Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg zu Beginn ihrer Ausführungen zum Thema "Pflanzkartoffelerzeugung in der Oberpfalz 2015". Der Rückgang von 64 auf 55 Betriebe entspricht annähernd 15 Prozent. Die durchschnittliche Anbaufläche eines Vermehrers stieg zwar im gleichen Zeitraum von 5,6 auf 6,1 Hektar an.

Aber die weggebrochenen Grundstücke konnten nicht völlig umverteilt werden. In der Oberpfalz verringerte sich die angemeldete Fläche von 358 Hektar um 23 auf 335 Hektar, in Bayern von 2 402 um 8 Hektar auf 2394.

Seit dem Jahr 2000 sank die Anbaufläche stetig: In der Oberpfalz von 464 auf 335 Hektar, die Zahl der Betriebe von 121 auf 55. Im gleichen Zeitraum schmolz in Bayern die Fläche von 3211 auf 2394 Hektar. Unterm Strich, so die Verbandsbetreuerin, vergrößern sich die Betriebe. Eine gewisse Stabilität tritt bei Vermehrungsflächen in der Größenordnung von 5 bis 10 Hektar ein.

In der Oberpfalz steht der Landkreis Schwandorf mit 130,7 Hektar an der Spitze. Bei den "Top Ten" der Sortenverteilung liegen "Lady Claire" (39 Hektar), "Kuras" (32), "Fontane" (25) von insgesamt 52 Sorten an der Spitze. "Gala" (22) nimmt Platz 6 ein. Die Pflanzgutversorgung ist nicht immer gesichert. Die Verträge können nur immer knapp erfüllt werden. Daher gewinne die Eigenvermehrung stärker an Bedeutung, schickte Geschäftsführer Thomas Zirngibl seinem Kassenbericht voraus.

Der Geschäftsführer des Landesverbandes der Saatkartoffel-Erzeugervereinigungen in Bayern, Dr. Christian Augsburger, zeigte in seinem Vortrag "Änderungen durch die neue Pflanzkartoffelverordnung 2016" unter anderem die Chronologie sowie den Wandel der Anerkennungs-Normen auf und brachte eine Zusammenfassung: Der Klassen-Wirrwarr sei ausgeblieben.
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