Schwarzen Peter weitergegeben

"Herzlich willkommen" heißt es freundlich auf dem Metallbogen links vom Eingang zur Mittelschule in Schmidgaden. Trotzdem fühlen sich einige Eltern unwohl, ihre angehenden Fünftklässler dorthin schicken zu müssen. Hatten sie doch eine feste Zusage für Schwarzenfeld. Bild: Dobler
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Schwarzenfeld
10.08.2016
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"Herzlich willkommen" heißt es freundlich auf dem Metallbogen links vom Eingang zur Mittelschule in Schmidgaden. Trotzdem fühlen sich einige Eltern unwohl, ihre angehenden Fünftklässler dorthin schicken zu müssen. Hatten sie doch eine feste Zusage für Schwarzenfeld. Bild: Dobler

Jetzt sind die anderen sauer. Denn kaum haben die Mittelschul-Verantwortlichen eine Lösung für den Streit um die angehenden Fahrschüler aus Schwarzenfeld präsentiert, sehen sich die Fensterbacher Eltern über den Tisch gezogen. Ein Anwalt ist eingeschaltet.

Fensterbach/Schmidgaden/Schwarzenfeld. Schulamtsdirektor Georg Kick (Schwandorf), der zwischenzeitlich pensionierte Verbundsdirektor Simon Weidner, Verbundssprecher Bürgermeister Armin Schärtl (beide Nabburg) und Bürgermeister Hans Prechtl (Stulln) als Vertreter des Sachaufwandsträgers hatten wenige Tage vor Beginn der großen Ferien im Nabburger Rathaus eine Lösung für die Bildung der fünften Klassen im Mittelschulverbund "Nördliches Naabtal" vorgestellt. Auf dem Foto zum NT-Artikel "Ganztagsschule an zwei Orten" vom 28. Juli strahlen deswegen noch alle vier um die Wette. Doch ihre Gleichung geht nur bedingt auf.

Denn jetzt sind zwar nicht mehr die Schwarzenfelder Eltern verärgert, die ihren Nachwuchs nach Schmidgaden in die Mittelschule hätten schicken müssen, dafür aber einige Eltern aus Fensterbach. Michael Guha beispielsweise fühlt sich überfahren von der Entscheidung des Schulamtsdirektors, seinen Sohn plötzlich Schmidgaden zuzuschlagen. "Wir haben nichts gegen Schmidgaden oder die Schule dort", versichert er, "aber ich habe eine schriftliche Anmeldung und eine schriftliche Zusage vom März, dass mein Kind in Schwarzenfeld die gebundene Ganztagsklasse besuchen kann". Denn deren Konzept, so wie es Schulleiter Helmut Schuster bei einem Infoabend im Februar vorgestellt hatte, hat die Familie aus Fensterbach überzeugt. "Wichtig ist das gute Betreuungsangebot am Nachmittag an der Schwarzenfelder Schule", betonte Guha.

"Aus der Not geboren"


In Schmidgaden, wohin sein Sohn aus Gründen des Proporzes ab nächsten Schuljahr gehen muss, sieht er diesen Pluspunkt nicht. "Das Angebot von Schmidgaden, auch eine gebundene Ganztagsklasse anzubieten, ist doch aus der Not geboren, da ist doch kein Konzept da", klagt er. Guha und andere Eltern fühlen sich verschaukelt. Es gab zwar Gespräche mit Mittelschul-Verantwortlichen, die aber nichts gebracht haben. Zwischenzeitlich hat ein Anwalt für die Guhas einen entsprechenden Brief geschrieben.

Zum Hintergrund


Das Thema Schule beherrschte die Sitzung des Schwarzenfelder Marktrats vor einem Monat, zu der sich eine Vielzahl von Eltern als Zuhörer eingefunden hatten. Müssen Schwarzenfelder Fünftklässler im Herbst nach Schmidgaden? Das war die Frage, die alle bewegte.

Der damalige Verbundkoordinator des Schulverbunds "Mittelschule Nördliches Naabtal" hatte nämlich angeordnet, dass die angehenden Fünftklässler aus Schwarzenfeld, die nicht in die gebundene Ganztagesklasse in Schwarzenfeld gehen werden, in der Mittelschule Schmidgaden unterrichtet werden sollen. Ansonsten gäbe es im nächsten Schuljahr in Schmidgaden keine fünfte Klasse, weil die Schmidgadener zu wenige sind für eine ganze Klasse.

Der Marktrat war schließlich einstimmig dafür, das übergeordnete Schulamt einzuschalten, das als Schlichter in dieser verfahrenen Situation dienen soll. Kurz danach hatte Bürgermeister Manfred Rodde noch einmal mit einer Gruppe aufgebrachter Eltern hatte zu tun. "Wir werden alles dafür tun und kämpfen, dass unsere Kinder in Schwarzenfeld in die Schule gehen können und nicht nach Schmidgaden müssen", versicherte er ihnen.

In der Folge meldeten 13 Schwarzenfelder Eltern ihre Kinder kurzfristig auch noch für die gebundene Ganztagsklasse in ihrem Heimatort an - in der Hoffnung, dass Sohn oder Tochter auf diese Weise dem "Exil" in Schmidgaden entgehen würde. Damit waren über 30 Kinder für den Unterricht in einer solchen Ganztagsklasse angemeldet.

Es wurden also zwei Klassen gebildet. Dass aber die beiden gebundenen Ganztagsklassen in Schwarzenfeld eingerichtet würden, entpuppte sich als Wunschtraum des Schwarzenfelder Schulleiters Helmut Schuster. Bei einer Elternversammlung am 26. Juli wurden ohne großes Federlesens die Kinder aus Fensterbach einer neu zu bildenden gebundenen Ganztagsklasse in Schmidgaden zugeschlagen, die dann 13 oder 14 Kinder umfasst - in Schwarzenfeld wären es parallel dazu 20 Kinder. Für Familien aus Fensterbach, die ihr Kind bereits in Schwarzenfeld angemeldet hatten, ist dies ein Affront.
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