Schwarzenfelder Schüler sollen nach Schmidgaden
Fünftklässler-Eltern stinksauer

Unter Leitung von Wolfgang Kifmann vom Schul-Förderverein (Zweiter von rechts) machte sich eine Gruppe von Eltern gestern auf ins Rathaus, um mit Bürgermeister Manfred Rodde über die Zukunft der angehenden Schwarzenfelder Fünftklässler zu reden, die nach derzeitigem Stand im nächsten Schuljahr in Schmidgaden unterrichtet werden. Bild: Dobler
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Schwarzenfeld
14.07.2016
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Mit einer Gruppe aufgebrachter Eltern hatte gestern Bürgermeister Manfred Rodde zu tun. "Wir werden alles dafür tun und kämpfen, dass unsere Kinder in Schwarzenfeld in die Schule gehen können und nicht nach Schmidgaden müssen", machte eine Mutter klar.

Am Gespräch mit Elternbeiratsmitgliedern, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Schule und Fünftklässler-Eltern nahm im Rathaus nicht nur der Bürgermeister teil, sondern auch der Geschäftsleitende Beamte Peter Hesl. Der Grund für die Zusammenkunft war erst vor wenigen Tagen öffentlich debattiert worden, und zwar in einer Sitzung des Marktrates am 6. Juli.

Viele Eltern hatten sich zu dieser Marktratssitzung eingefunden. Müssen Schwarzenfelder Fünftklässler im Herbst die Mittelschule in Schmidgaden besuchen? Das war die Frage, die alle bewegte. Als Fürsprecher der Eltern attackierte vor allem Siedler-Rat Karlheinz Dausch die bisherigen Entscheidungen.

Grund für den Ärger war eine Entscheidung von Simon Weidner (Nabburg), dem Verbundkoordinator des Schulverbunds "Mittelschule Nördliches Naabtal". Er hatte angeordnet, dass die 13 angehenden Fünftklässler aus Schwarzenfeld, die nicht in die gebundene Ganztagesklasse in Schwarzenfeld gehen werden, in der Mittelschule Schmidgaden unterrichtet werden sollen. Ansonsten gäbe es im nächsten Schuljahr in Schmidgaden keine fünfte Klasse, weil die sieben Schmidgadener zu wenige sind für eine ganze Klasse.

"Das ist doch eine Reanimationsgeschichte der Schmidgadener Schule auf Kosten der Kinder", machte Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Kifmann beim Gespräch im Rathaus aus seinem Herzen keine Mördergrube. Er bestritt nicht, dass Schmidgaden eine gute Schule sei, "aber Schwarzenfeld ist eine sehr gute Schule mit sehr vielen Möglichkeiten und einem besseren Bildungskonzept". So sei es "selbstverständlich für die Eltern, dass ihre Kinder in Schwarzenfeld sein sollen", betonte er.

Verständnis für Anliegen


Bürgermeister Rodde zeigte Sympathie und Verständnis für das Anliegen der Eltern. "Ich muss eine Situation verteidigen, die mir nicht gefällt", versicherte er mit Blick auf die Entscheidung Weidners. Aber das sei eine schulische Angelegenheit, und für die Klassenbildung sei nunmal Verbundrektor Weidner zuständig, also auch für die Bildung einer Regelklasse aus Fünftklässlern in Schmidgaden und nicht in Schwarzenfeld.

Bei der entsprechenden Versammlung, bei der diese Lösung erörtert wurde, hätten der Schwarzenfelder Rektor Helmut Schuster, Bürgermeister Rodde und der Geschäftsleitende Beamte Hesl "für Schwarzenfeld gekämpft und Argumente ins Feld geführt" - unter anderem, dass es nicht sinnvoll sein, die Mehrheit zur Minderheit zu fahren, und dass mit der Entscheidung für Schmidgaden vielleicht die offene Ganztagsschule in Schwarzenfeld gefährdet sei.

"Wir haben auch mit dem Schulamt und der Regierung gesprochen, wie man die Entscheidung revidieren kann", versicherte Rodde. Schulamtsleiter Georg Kick habe aber noch keine Reaktion gezeigt. Ob das auch noch für heute gilt, bleibt abzuwarten. Denn heute wollen die Eltern ihrerseits mit Kick sprechen.

Das ist doch eine Reanimationsgeschichte der Schmidgadener Schule auf Kosten der Kinder.Wolfgang Kifmann, Vorsitzender des Schul-Fördervereins
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