See zu verschenken

Der Weg um den Murner See soll künftig komplett von der Gemeinde Wackersdorf bewirtschaftet werden. Bislang gehören große Uferteile dem Markt Schwarzenfeld. Dort ist man durchaus bereit, die Rechte daran herzugeben - und noch viel mehr. Bild: Hartl
Vermischtes
Schwarzenfeld
19.03.2016
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Der Murner See ist ein wichtiges Naherholungsgebiet. Wenn es nach dem Marktrat geht, bekommt ein neuer Gesamt-Eigentümer des Areals sogar noch mehr, als er eigentlich gewollt hatte - er erhält die "größere Lösung".

Hintergrund ist der Wunsch der Gemeinde Wackersdorf, der der halbe Murner See gehört, den Weg um den See herum zu verbessern. Weil der See in seiner nördlichen Hälfte dem Markt Schwarzenfeld gehört, ist die bessere Nutzung der Wege für die Touristen und Erholungssuchenden nur mit Schwarzenfelder Zustimmung möglich. Den Wackersdorfern ist wichtig, einheitliche Verordnungen auf dem gesamten Weg gelten zu lassen - also etwa für Hundehalter, die Gassi gehen. So hat man sich an das Schwarzenfelder Rathaus gewandt mit der Bitte, die Hoheitsgewalt über den Weg und die angrenzenden Grünstreifen übertragen zu bekommen ("kleine Lösung").

Wirtschaftlich nicht nutzbar


Zwischenzeitlich gab es schon Gespräche und Besichtigungen, um das Thema zu klären. So wurde der Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter bei seinem Kollegen Manfred Rodde vorstellig, außerdem fuhr der Schwarzenfelder Marktrat hinaus an den See, um sich die Sache anzusehen. "Bei einer Änderung der Gemeindegrenzen werden für den Markt Schwarzenfeld keine Nachteile erwartet", sagte Rodde bei der letzten Marktratssitzung, "außerdem sind die betroffenen Bereiche wirtschaftlich nicht nutzbar und Verpflichtungen als Sicherheitsbehörde würden entfallen".

Seit der Besichtigungstour der Räte vor zwei Wochen hat sich anscheinend die Diskussion weiter entwickelt. Denn bei der Marktratssitzung war plötzlich von einer "größeren Lösung" die Rede. Also nicht nur der Weg, gleich die ganze Umgebung soll den Wackersdorfern übergeben werden. Von 77 Hektar Fläche war die Rede, von 2,7 Kilometern Straße am See und von zwei Brücken.

Der Vorteil für Schwarzenfeld: Man müsste sich nicht mehr um den teueren Erhalt der dortigen Straßen und Brücken kümmern. Und den Wackersdorfern, so vermutete man, werde dieser Unterhalt leicht fallen, da die BMW-Gemeinde bekanntlich über jede Menge Finanzmittel verfüge. So stimmten schließlich alle Räte bis auf einen einer Gemeindegrenzänderung in Form der "größeren Lösung" zu. Jetzt ist das Landratsamt Schwandorf gefordert; es muss eine entsprechende Rechtsverordnung erlassen.

Diskussion


In der Diskussion hatte CSU-Mann Gerhard Peter mit Blick auf Wackersdorf gefordert, "nicht einfach so ein großzügiges Geschenk zu machen, sondern eine Gegenleistung einzufordern". Siedler-Rat Karlheinz Dausch hingegen bat seine Kollegen, in dieser Frage "nicht auf alte Pfründe zu pochen" und die größere Lösung zu akzeptieren.

Ein nicht leicht nachvollziehbares Bedenken warf noch Marktrat Manfred Müller in die Runde. "Gibt es dadurch Probleme mit der Gemeindejagd Sonnenried?", wollte er wissen. Das konnte niemand beantworten und so soll das noch geklärt werden.
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1 Kommentar
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Herby Nymouse aus Regensburg | 20.03.2016 | 11:15  
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