Teichgenossenschaft Oberpfalz tagt
Fördergelder beantragen

Albert Deß ist Europaabgeordneter der CSU und Präsident des Verbandes Bayerischer Berufsfischer.
Vermischtes
Schwarzenfeld
16.03.2016
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Die Versammlung der Teichgenossenschaft Oberpfalz im Jugendheim Schwarzenfeld stieß auf eine starke Resonanz. Vorsitzender Carl Graf zu Eltz (rechts vorne) leitete die Zusammenkunft. Geschäftsführer Konrad Bartmann (daneben) berichtete über das Geschäftsjahr 2015 sowie über das neue Förderprogramm EMFF und über die Umsetzung in der Praxis. Bilder: ohr (2)

Inhalt und Umsetzung des neuen Förderprogramms "Europäischer Meeres- und Fischereifonds" standen im Mittelpunkt der Ausführungen von Europaabgeordnetem Albert Deß. Er wird sich um die Absenkung der Mindest-Teichfläche von einem Hektar als Zuwendungs-Kriterium einsetzen.

Der Vorsitzende der Teichgenossenschaft Oberpfalz (TEGO), Carl Graf zu Eltz, eröffnete die Versammlung, sprach Geschäftsführer Konrad Bartmann die Glückwünsche zum 80. Geburtstag aus und würdigte dessen herausragenden Einsatz und großen Verdienste für die Genossenschaft und die Teichwirtschaft.

Der Erhalt und Wiederherstellung von Teichen und Teichlandschaft in der Oberpfalz ist das Ziel der Genossenschaft. Geschäftsführer Bartmann wusste aber, dass die erforderlichen Kosten im Rahmen einer nachhaltigen, wirtschaftlichen und ökologischen Bewirtschaftung nicht erreicht werden können. Eine Förderung durch die EU und das Land Bayern ist daher eine wichtige Voraussetzung.

Am 1. Februar 2016 trat die bayerische Richtlinie zum Europäischen Meeres- und Fischereifonds EMFF, einem Förderprogramm der EU, in Kraft. Die TEGO brachte eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen ein. So beträgt die Grundförderung in Zukunft 50 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Da nun dieser Fördersatz europaweit gilt, werden erhebliche Wettbewerbsverzerrungen vermieden.

2700 Betriebe


Die TEGO werde sich weiterhin intensiv für die Förderung möglichst vieler der rund 2700 teichwirtschaftlichen Betriebe in der Oberpfalz im Rahmen der EMFF einsetzen, versicherte Bartmann. Sie biete im Vorfeld der Antragstellung den Teichwirten eine Beratung an. "Die TEGO begrüßt es sehr, dass für Maßnahmen der Vermarktung und der Umsatzsteigerung Zuschüsse gewährt werden." Durch die geografisch geschützte Angabe erfülle der "Oberpfälzer Karpfen" die Voraussetzung zur Erreichung eines Förderanteils.

Nach Vorstellung des Haushaltsplanes durch Vorsitzenden Carl Graf zu Eltz beschloss die Versammlung, 10 000 Euro aus der Rücklage zur Karpfenwerbung für die beginnende Saison zu entnehmen. Schäden durch wildlebende Tiere in der Teichwirtschaft bereiten den Teichwirten große Sorgen. Ein Berater für Fischotter wird für die Oberpfalz eingestellt, um zuverlässige Kenntnisse über seine Entwicklung zu erhalten, informierte der Geschäftsführer.

"Im Zuge der Reform der gemeinsamen Fischereipolitik im Jahr 2013 wurde auch der Europäische Meeres- und Fischereifonds in Leben gerufen", erklärte Europaabgeordneter Albert Deß beim Einstieg in das Thema "Fischereipolitik - Die Zukunft hat begonnen". Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 werden 5,7 Milliarden Euro als EU-Mittel zur Verfügung gestellt. Aus diesem Gesamttopf beträgt der Anteil für Deutschland insgesamt 156 Millionen und für Bayern stehen in diesem Zeitabschnitt 14,8 Millionen zur Verfügung.

"Diese Mittel dürften ausreichen", räumte der Präsident des Verbandes Bayerischer Berufsfischer ein. Die Förderung greife erst ab der Mindestteichfläche von einem Hektar. Zur Herabsetzung auf eventuell einen halben Hektar als Untergrenze müsse noch Druck ausgeübt werden.

Die neue Fischseuchenverordnung, so der Europaparlamentarier in seinen weiteren Ausführungen, soll den Schutz vor einer Ausbreitung von Fischseuchen verbessern. Sie enthält Genehmigungs- und Anzeigepflichten für alle Fischhaltungen, die lebende Fische züchten, halten, hältern oder schlachten.
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