Vier Großbuchstaben: ISEK
Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzep soll Ort entwickeln helfen

Wie hier im Baugebiet Ruit gibt es über den ganzen Markt verteilt Baulücken, die voll erschlossen sind. So lange sie nicht bebaut werden, tut sich die Kommune schwer, ein neues, zusammenhängendes Baugebiet auszuweisen. Bild: Dobler
Vermischtes
Schwarzenfeld
05.02.2016
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Baugebiete schaffen und den Ortskern beleben - das sind zwei Themen, die zusammengehören und bei der Bürgerversammlung diese Woche auch zusammen behandelt wurden. Um hier zukunftsorientiert handeln zu können, setzt der Markt auf vier Großbuchstaben.

Sie lauten ISEK und sind natürlich eine Abkürzung. Und zwar für Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept. Der etwas sperrige Begriff wird demnächst öfter zu hören oder lesen sein. Denn der Marktrat will darüber beraten und beschließen. Es soll danach ein Bewerbungs- und Vorstellungsverfahren zur Auswahl eines geeigneten Planungsbüros stattfinden. Andere Orte in der Region haben das schon hinter sich - Pfreimd etwa oder Nabburg.

Ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept analysiert die Ortsentwicklung, beschreibt Tendenzen und stellt Prognosen auf. 70 000 Euro wird der ISEK-Prozess überschlagsmäßig kosten, verteilt auf zwei Haushaltsjahre, hatte es in einer früheren Ratssitzung geheißen. In dieser Zeit wird es Untersuchungen geben zu allen Aspekten des Lebens, Wohnens und Arbeitens in Schwarzenfeld, Workshops werden sich Gedanken machen und professionelle Städteplaner das Nachdenken leiten und zusammenfassen. Ziel ist, herauszufinden, wie man die Gemeinde für die Zukunft fit und attraktiv macht.

"Leerstand bekämpfen"


"Leerstand bekämpfen" ist eine der Zielrichtungen von ISEK. "Das soll keine Worthülse sein, sondern ist für uns eine Herausforderung, die wir aktiv annehmen", versicherte Bürgermeister Manfred Rodde. Aber nicht nur Leerstände, sondern auch Leer-Stellen in den Baugebieten machen dem Rat zu schaffen. Denn das Baugebiet Flora ist fast ausverkauft - 38 Grundstücke wechselten bereits die Besitzer, 9 Flächen sind noch zu haben.

Und danach? Ein neues Baugebiet auszuweisen ist schwierig, solange es im Markt noch insgesamt 204 Baulücken gibt, die über die ganze Fläche des Ortes verstreut liegen und eigentlich sofort bebaut werden könnten. Wenn die Besitzer dieser Flächen abgabewillig wären oder selbst als Bauherren auftreten würden. Man hat die 204 Besitzer angeschrieben; aber ein Viertel hat es gar nicht für nötig gefunden, dem Rathaus zu antworten. Und vom großen Rest sind es nur karge 19, die verkaufen würden. Mit 14 von ihnen will der Markt handelseins werden, kündigte Rodde an.

Kommunales Flächenmanagement"Bauwilligen das Bauen in Schwarzenfeld zu ermöglichen" ist laut Bürgermeister Manfred Rodde ein wichtiges Ziel seiner Bemühungen. Über den Markt verteilt gibt es derzeit 204 Flächen, die als private Bauplätze ausgewiesen sind, aber nichts anderes als Baulücken darstellen.

"Sie stellen ein Hindernis bei der Ausweisung neuer Baugebiete dar", sagte Rodde und bezog sich damit auf übergeordnete Maßgaben, die unsinnigen Flächenverbrauch stoppen sollen.

Um herauszufinden, wo sich überhaupt noch freie Bauplätze befinden, hat man im Rathaus ein kommunales Flächenmanagement installiert. Dabei kam heraus, dass im Bebauungsplan-Gebiet Ruitäcker-Streitfeld 65 Bauplätze unbebaut sind, in Kögl sind es 35, im Baugebiet Süd 29. 19 Baulücken weist Traunricht auf, 13 das Areal Flora/Reichsheimstätte. Weitere 43 Baulücken verteilen sich auf die übrigen Gebiete im Markt.

"Das sind 18 Hektar ungenutztes Bauland", hat der Bürgermeister ausrechnen lassen. "Aber das Auffüllen dieser Baulücken wird sehr schwierig", prognostizierte er, da es keine große Abgabebereitschaft bei den Grundbesitzen gebe. Zumindest 14 Grundstücke von den 204 möchte der Markt erwerben. (td)
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