Wasserverlust und enorme Einnahmen
100 000 Euro versickern einfach

"Rohwasser" nennt sich das geförderte Brunnenwasser, das im Wasserwerk veredelt wird und von dort aus die Haushalte und Betriebe versorgt. Die Brunnen 3 und 4 sind die beiden Tiefbrunnen des Marktes, aus denen das meiste Wasser gefördert wird. Bild: Dobler
Vermischtes
Schwarzenfeld
12.12.2015
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Aus den Kanalrohren des Ortes versickert Trinkwasser in den Untergrund. "Wir lassen nachforschen, wo Lecks sind", kündigte Bürgermeister Manfred Rodde bei der Sitzung des Marktrates an. Vorher war von fast neun Prozent Wasserverlust die Rede.

( td) Wasserverlust bedeutet die Differenz zwischen der Fördermenge aus den Brunnen und den Ergebnissen der Haushaltszähler. Und da zeigt sich: 121 Millionen Liter Wasser wurden im letzten Jahr zwar nach oben gepumpt und im Wasserwerk veredelt, aber nicht abgerechnet, weil es unterwegs aus den Rohren versickert ist. Das entspricht einem Gegenwert von über 100 000 Euro, der in der Bilanz fehlt.

Umfassende Sanierung


Kein Wunder, dass der Wasserverlust die Verwaltung nicht ruhen lässt. Der Bürgermeister versicherte den Markträten, dass nun "nachgeforscht" würde. So werden schon im nächsten Jahr größere Investitionen nötig. "Im Finanzplan sind ein neuer Brunnen berücksichtigt sowie umfassende Unterhaltungsmaßnahmen in die bestehende Anlage", berichtete Rodde.

Bilanz: 3,73 Millionen Euro


Grundsätzlich ist der Wasserverkauf ein Geschäft für den Markt. Das sollte es zwar eigentlich nicht sein, weil das auf zu hohe Gebühren hinweist, aber man hat sich bei den Entscheidern geeinigt, die Überschüsse - auf die auch noch Steuern gezahlt werden müssen - in einer Sonderrücklage für den Bereich Wasser anzusparen. Fast 100 000 Euro waren schon Ende letzten Jahres auf dem Konto, jetzt kommen noch einmal 212 000 Euro dazu. So hoch ist der aktuelle Gewinn, über den die Räte nun informiert wurden. Er ergibt sich aus einem Wasserverkauf im Wert von 3,73 Millionen Euro im Jahr 2014.

Wie zu hören war, wurden 2014 noch einmal vier Prozent mehr Wasser verkauft als im Jahr zuvor. Insgesamt flossen 1,35 Millionen Kubikmeter (das sind 1,35 Milliarden Liter) des wertvollen Nasses durch die Hähne der Verbraucher. Wobei eine Schwarzenfelder Besonderheit darin liegt, dass es einen Großverbraucher gibt, der den restlichen Markt in den Schatten stellt: die Milchwerke. "Die Mengensteigerung ist größtenteils dort angefallen", hieß es im Bericht an den Marktrat, der sich aus der Jahresbilanz des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes ergab.

Die Schwarzenfelder Haushalte selbst sind eher auf Wassersparen aus. Anders kann man sich die dortigen Rückgänge im Verbrauch nicht erklären. Die Entwicklung der Durchschnittserlöse zeigt beim Wasserverkauf an die Haushalte eine Zunahme von 2,3 Cent pro Kubikmeter auf 86,5 Cent/Kubikmeter.

Durch die gute Ertragslage wurde die Konzessionsabgabe mit 32 500 Euro vollständig angesetzt. Des weiteren ergab sich daraus eine Belastung des Marktes mit Körperschaftssteuer in Höhe von 44 400 Euro und mit Gewerbesteuer von 29 300 Euro.
Die Mengensteigerung ist größtenteils bei den Milchwerken angefallen.Aus der Jahresbilanz zur Wasserversorgung
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