Zwischenfrüchte gegen Erosion

Zum Feldnachmittag in Raffach kamen 40 Landwirte aus der Region, um sich über die Bedeutung des Zwischenfruchtanbaus zu informieren. Landwirtschaftsoberrat Bernhard Meier appellierte, die Anbauflächen zu erhöhen, um den Bodenabtrag und das Ausschwemmen einzudämmen. Bilder: haa (2)
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Schwarzenfeld
22.10.2016
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Bei der Feldvorführung über den Zwischenfruchtanbau zur Minderung der Bodenerosion in Raffach kam auch ein Regensimulator (unser Bild) zum Einsatz, mit dem die unterschiedlichen Wasseraufnahmekapazitäten des Bodens verdeutlicht wurden.

Der Boden ist ein wichtiges Produktionsmittel im Pflanzenanbau. Daher ist eine nachhaltige Bewirtschaftung notwendig, um so die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten und zu verbessern. Wie der Anbau von Zwischenfrüchten einen wertvollen Beitrag dazu leisten kann, zeigte ein Feldtag in Raffach bei Schwarzenfeld.

Nabburg/Schwarzenfeld. Das Bewusstsein zur zeitgemäßen Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen war Thema einer Feldvorführung. "Eine Pflanze ist nur so gut, wie der Boden auf dem sie wächst". Diesen Leitsatz stellte Landwirtschaftsoberrat Bernhard Meier ganz vorne an den Feldtag, zu dem er 40 Landwirte begrüßen konnte. Im Landkreis Schwandorf werden 11 500 Hektar Mais und 21 000 Hektar Getreide, jedoch nur 5 500 Hektar Zwischenfrucht angebaut. "Da geht noch mehr" stellte Meier fest. Verunkrautete Stoppelfelder oder offene Flächen über den Winter, müssen nicht sein.

Bezogen auf die Häufigkeit der Starkregenereignisse und die steigenden Anforderungen an die Gewässerqualität darf der Zwischenfruchtanbau nicht stagnieren, sondern muss weiter ausgebaut werden. Zahlreiche heimische Regionen sind nämlich wegen ihrer Hanglage besonders von der Bodenerosion gefährdet. Zwischenfrüchte bewirken Erosionsschutz, erhöhen die Bodenfruchtbarkeit und regeln auch den Bodenwasserhaushalt mit, betonte der Fachmann.

Mit Regensimulator


Zwischenfrüchte werden nach der Getreideernte ausgesät. Sie können entweder als Grundfutter für die Rinderhaltung verwertet, oder über Winter stehen bleiben und als Grundlage für eine Mulchsaat dienen. Hierbei werden abfrierende Pflanzenarten verwendet. Meist wird dann im Mulchsaatverfahren Mais nachgebaut. Die abgefrorene Zwischenfrucht bleibt als Mulchmaterial auf der Bodenoberfläche und schützt so vor Erosion.

Josef Rupprecht vom Fachzentrum für Agrarökologie aus Amberg verdeutlichte dann am Regensimulator an drei Beispielen, die unterschiedlichen Wasseraufnahmekapazitäten des Bodens, je nach Bewuchs und Bedeckung. Den größten Abfluss hatte das Feld mit Verdichtung durch Fahrspuren. Hingegen hatte der Schlag mit Zwischenfrüchten das größte Speichervermögen und nahm den meisten Regen als Sickerwasser auf.

Nach Möglichkeit sollte Mulchsaat bevorzugt werden um die Erosion zu minimieren. Doch auf den Pflug kann nicht völlig verzichtet werden. Es komme darauf an, was angebaut werden soll. Zur Eindämmung von Krankheiten und Unkraut ist der Pflug notwendig. Auch Verdichtungen sollten mit dem Pflug aufgebrochen werden.

Demo-Parzellen angelegt


Um den Zwischenfruchtanbau zu intensivieren, wurden auf einem Feld von Josef Stangl in Raffach mehrere Demo-Parzellen mit verschiedenen Zwischenfruchtmischungen angelegt. Bei der Besichtigung der Beete erläuterten die Vertreter der Saatgutfirmen die einzelnen Mischungen, die je nach Saatzeit und Fruchtfolge ausgewählt werden. Der Zwischenfruchtanbau ist eine wesentliche Säule, um den Bodenabtrag zu minimieren sowie die angrenzenden Gewässer vor schädlichen Einträgen zu schützen.

Meier verwies noch auf die Möglichkeit, die Zwischenfruchtflächen als EU-rechtlich vorgeschriebene ökologische Vorrangflächen (Greening) anzurechnen. Unter Umständen kann eine Förderung über KULAP beantragt werden, so dass die Saatgutkosten wieder ausgeglichen sind. Das Amt berät die Landwirte gerne bei der Auswahl der Saatgutmischungen und über das KULAP.
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