BDM-Kreisverbände Schwarzenfeld im Gespräch mit Molkerei
Sicherheitsnetz für Milchbauern

BDM-Kreisvorsitzender Werner Reinl (Zweiter von links) überreichte den Appell der Milchviehhalter für die Installation eines Sicherheitsnetzes für die Landwirte an Molkerei-Geschäftsführer René Guhl (Vierter von links) und Bereichsleiter Georg Müller (Fünfter von links). Bild: Tietz
Wirtschaft
Schwarzenfeld
17.12.2014
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Nach zwei guten Jahren ist der Milchpreis wieder im Sinkflug. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat deshalb ein Konzept erarbeitet, um den Landwirten in diesen Zeiten ein wirkungsvolles Sicherheitsnetz zu bieten. Die Molkereien sollen dabei mit ins Boot.

Bundesweit übergab der BDM gestern einen Appell an Molkereivertreter, um auf die Situation der Landwirte durch den Preisverfall hinzuweisen und die Weiterverarbeiter des Produkts dazu aufzufordern, die Milchbauern in ihrem Kampf für ein Instrument, das auf Marktkrisen reagiert, zu unterstützen. Auch in Schwarzenfeld suchten Mitglieder der BDM-Kreisverbände Schwandorf und Neustadt/WN bei der Privatmolkerei Bechtel das Gespräch mit Geschäftsführer René Guhl und Bereichsleiter Georg Müller.

Runden Tisch gefordert

Angeführt von Werner Reinl, Vorsitzender des BDM-Kreisverbandes Neustadt/WN, und Matthias Irlbacher vom Kreisverband Schwandorf forderten die Milchbauern die Unterstützung der Molkereien, um für die Erzeuger ein wirkungsvolles Sicherheitsnetz zu installieren. Die Milchverwerter sollen sich außerdem mit dem BDM-Konzept zum Milchmarkt-Krisenmanagement auseinandersetzen und die Verbände der Molkereiwirtschaft dazu bringen, sich an dessen Weiterentwicklung zu beteiligen. Um in der Debatte voran zu kommen, sei außerdem ein von Landwirten und Molkereibetreibern gemeinsam geforderter Runder Tisch mit allen Markt-Beteiligten zur Zukunft der wirtschaftlichen Milchviehhaltung nötig.

"Düstere Wolken" am Milchmarkt

Matthias Irlbacher betonte eingangs, dass die Erzeuger heute nicht als Demonstranten, sondern als Marktpartner hier seien. Gemeinsam solle nach Lösungen gesucht werden, "wie wir die Milchmenge in den Griff bekommen können". Denn nach Ansicht der Landwirte sei ihre Situation angesichts des anhaltenden Preisverfalls sehr ernst und werde sich weiter verschärfen, wenn negative Prognosen von Experten Realität werden. Geschäftsführer Guhl stimmte den Landwirten zu: Er sprach von "düsteren Wolken" am Milchmarkt-Horizont und betonte, dass Verarbeiter und Erzeuger in einem Boot sitzen würden. Es gelte nun, im Dialog zu bleiben und zu überlegen, welche Maßnahmen machbar, finanzierbar und kommunizierbar seien.

Entscheidung fällt in Brüssel

Guhl gab aber auch zu bedenken: "Der europäische Milchmarkt wird nicht in Schwarzenfeld entschieden, sondern in Brüssel". Das bedeute nicht, dass sich die Molkerei weg ducke, sie wisse aber, wo die politische Verantwortung sitzt. Änderungen müssten also durch den Gesetzgeber kommen: "Nur so funktioniert es". Der Geschäftsführer war überzeugt: "Die Milchwirtschaft wird eine positive Entwicklung erfahren, es wird aber einen Strukturwandel geben". Bereichsleiter Georg Müller mahnte die Landwirte an, geschlossener aufzutreten. "Die hiesigen Bauern sind extrem inhomogen", sagte er und unterstrich: "Bei unseren eigenen Partnern sehen wir keine mehrheitsfähige Position". Die sei aber nötig, um Druck auf die Entscheidungsträger erzeugen zu können.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/milchquote
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