Bei Vollversammlung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz das „Handwerk 4.0“ im Mittelpunkt
Für viele Firmen Digitalisierung ein Fremdwort

"Schaffen wir es, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen?", fragte Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber. Bild: Fütterer
Wirtschaft
Schwarzenfeld
23.07.2016
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"Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten, sie ist vielmehr der Stand der Dinge - und die Zukunft." Bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz am Freitagnachmittag wertete Präsident Dr. Georg Haber das "Handwerk 4.0" als große Chance für weiteren Erfolg: Vor allem, um Prozesse zu verschlanken. Haber machte den im Schlosshotel Schwarzenfeld versammelten Handwerkern aus Ostbayern jedoch klar, dass die Digitalisierung ohne zeitlichen und personellen Mehraufwand in den Betrieben nicht gelingen wird.

Das Bildungszentrum der Handwerkskammer in Schwandorf, der Charlottenhof, wird zeitnah zum "Kompetenzzentrum für Digitalisierung" ausgebaut. Dabei rückt besonders die Automatisierungstechnik in den Fokus. Laut Haber werden in die Arbeit auch das digitale Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Oberfranken in Bayreuth und die OTH Amberg-Weiden einbezogen. Ein knackiges "update" gaben die Bereichsleiter Andreas Keller und Wolfgang Reif sowie Abteilungsleiter Christian Stachel. Unter http://map.norsecorp.com/ lassen sich aktuell und global die Attacken auf Websites, Computer und mobile Endgeräte verfolgen. "Cyber-Angriffe sind billig ab 50 US-Dollar zu haben." Attacken auf den eigenen E-Mail-Account offenbart der Link https://sec.hpi.uni-potsdam.de/leak-checker/search... Was viele online-User nicht wissen: Bei offenen E-Mail-Verteilern droht ein Bußgeld von 25 000 Euro. Die Handwerkskammer hält bis 2018 eine "weitgehende Versorgung" in Bayern mit mittlerer Bandbreite (30 Mbit/s) für realistisch. Ländliche Regionen seien mit LTE deutlich schlechter versorgt. Beim Mobilfunk gebe es auf Verkehrswegen abseits der Hauptverkehrsadern "verstärkt Netzlücken". Im internationalen Ranking rangiert Deutschland bei LTE gleichauf mit Spanien mit 53 Prozent Versorgungsgrad im Mittelfeld - hinter Österreich mit 57 Prozent und weit abgeschlagen von den Spitzenreitern Südkorea und Japan mit nahe 100 Prozent.

"Marktverwerfungen"


Dr. Christian Welzbacher vom Heinz-Piest-Institut prognostizierte durch die Digitalisierung "rapide Marktverwerfungen", befeuert durch Netzwerk-Effekte. Er forderte ein neues Denken und ganzheitliche Geschäftsmodelle. Nach einer Studie der DZ-Bank sind zwar 94 Prozent der Betriebe online unterwegs, "aber das hat mit 4.0 nichts zu tun". 70 Prozent der Firmen mit einem Jahresumsatz von weniger als fünf Millionen Euro erachten die Digitalisierung als "nicht relevant".
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