"Muhammad Ali Center" in Kentucky mit Baumaterial aus der Oberpfalz - Schreibmaschinen aus ...
Buchtal-Platten zur Erinnerung an „The Greatest“

Das Muhammad-Ali-Center in Louisville/Kentucky: Erst aus der Distanz werden die Kampfposen des Boxers an der Außenseite des mächtigen Gebäudes richtig sichtbar. Sie wurden aus oberpfälzischen Buchtal-Fliesen in Szene gesetzt. Bild: Buchtal
Wirtschaft
Schwarzenfeld
07.06.2016
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Schwarzenfeld/Schwandorf. Er ist einer von den wenigen Amerikanern, denen schon zu Lebzeiten ein Museum gebaut wurde. Es steht am Ohio-Fluss in Louisville im Bundesstaat Kentucky und ist der vor wenigen Tagen verstorbenen Boxlegende Muhammad Ali gewidmet. Die Fassade des Gebäudes entstand damals aus Schwarzenfelder Buchtal-Fliesen.

Als sie das Museum vor einem Jahrzehnt einweihten, war er da. Cassius Clay, der später den Namen Muhammad Ali annahm und sich selbst als "The Greatest" bezeichnete. In der Tat gab es vor und nach ihm keinen Boxer, der ihn an Eleganz und Technik im Ring übertraf. Seine Kämpfe gegen George Chuvalo, Joe Frazier, Sonny Liston und George Foreman sind bis heute Beweise dafür, dass der Boxsport nicht nur aus Schlägen und Hieben besteht.

Muhammad Ali stammte aus Louisville im US-Bundestaat Kentucky. Er, der in der vergangenen Woche 74-jährig starb, litt bereits an der Parkinson-Krankheit, als man in seiner Heimatstadt ihm zu Ehren ein sechs Stockwerke hohes Museum errichtete und es am 19. November 2005 in Betrieb nahm. Zur Ausstattung der Innenräume gab es eine Vielzahl von Exponaten. Doch schon die Fassade sollte an ihn und seine Kämpfe erinnern.

Am Ufer des Ohio-River wurde der Bau in die Höhe gezogen. Mit einer Fassade aus 30 mal 60 Zentimeter großen Fliesen, die aus dem Landkreis Schwandorf kamen. Von Designern gestaltet, wurden sie zu einem riesigen Bild geformt, das die unverkennbaren Kampfposen des Mannes aus Louisville zeigt. Ein weithin sichtbarer Blickfang, der deutlich macht, um wen es in diesem Haus geht. Um ihn, den Größten von allen.

Mit Selbstreinigung


Agrob-Buchtal in Schwarzenfeld hatte seinerzeit durch den hauseigenen Architektenservice die amerikanischen Planer des 80-Millionen-Dollar-Projekts unterstützt. Dabei konzentrierten sich die Bemühungen auf Mengenermittlungen, individuelle technische Beratung und die Anordnung einzelner Fliesen. "Es war uns eine Ehre", sagte seinerzeit Firmensprecher Werner Ziegelmeier. Bei Regen perlt das Wasser von den Platten ab. Es bildet einen dünnen Film, der Verschmutzungen unterwandert und so zu einem Effekt der Selbstreinigung führt.

Unterdessen haben Millionen von Ali-Fans das Museum besucht. Der Andrang dürfte in den nächsten Tagen groß sein. Denn zu den Trauerfeierlichkeiten werden Abertausende von Fans in der Stadt erwartet.

Triumph/Adler vor Ort


Lange vor der Eröffnung des "Muhammad Ali Centers" (MAC) hatte es schon einmal einen Bezug in die Oberpfalz gegeben. Als 1974 im afrikanischen Kinshasa der als "Rumble in the Jungle" bis heute populär gebliebene Fight zwischen Muhammad Ali und George Foreman stattfand, wurde das Pressezentrum für die aus aller Welt angereisten Journalisten mit Schreibmaschinen aus dem damals noch existierenden Schwandorfer "Triumph/Adler"-Werk ausgestattet. Unternehmenssprecher Karl "Charly" Schmidt reiste seinerzeit selbst nach Kinshasa und leitete den Einsatz seiner Expertentruppe.

George Foreman, im Kampf lange vorne liegend, wurde plötzlich von einem hammerartigen Hieb getroffen, ging zu Boden und wurde ausgezählt. In einem Gespräch mit unserer Zeitung, das vor wenigen Jahren in München stattfand, sagte Foreman: "Ich möchte bis heute wissen, wie der Kerl das gemacht hat!"
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