Wirtschaftliche Lage „stabil“
Erzeugergemeinschaft Südostbayern zieht Bilanz

Hans Auer, Hans Wagner, Willi Wittmann, Anton Scherr und Gerhard Stadler (von links) informierten die Landwirte über Entwicklungen und Betriebsergebnisse der Erzeugergemeinschaft.
Wirtschaft
Schwarzenfeld
27.02.2016
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Die Schweinepreise sind erheblich unter die Vorjahreswerte gefallen. Auslöser ist der Wegfall von Russland als Käufer von europäischem Schweinefleisch. "Schwierige Marktverhältnisse" heißt es daher bei der Erzeugergemeinschaft Südostbayern. Doch es gibt innovative Entwicklungen

(td) Die Erzeugergemeinschaft Südostbayern mit Sitz in Nittenau bilanzierte ein ereignisreiches Jahr, als sie sich in Schwarzenfeld zur Tagung traf. Vorstand Willi Wittmann berichtete dabei von dem "durchaus erfreulichen Umstand", dass sich die Vermarktungszahlen bei Schlachtschweinen schon über Jahre hinweg bei rund 1,1 Millionen Stück als sehr stabil zeigen.

Im Ferkelbereich konnte, insbesondere durch die Fusion mit der Ferkel-Erzeugergemeinschaft Oberpfalz, die Vermarktungsleistung sogar auf 1,4 Millionen Stück gesteigert werden. Die weiteren Ausführungen waren geprägt von den Fakten, die die Schweinehaltung und -vermarktung aufgrund der sich gleichzeitig deutlich verschlechterten Wirtschaftlichkeit zunehmend schwieriger gestalten. Die Ferkelerzeugung, ebenfalls beeinträchtigt durch die niedrigen Preise, hat in massivem Umfang damit zu kämpfen, dass Kastration von Eberferkeln nur noch mit Schmerzausschaltung möglich sein soll. "Die Stimmung auf vielen Ferkelerzeugerbetrieben ist auf dem Nullpunkt", konstatierte Vorstandsmitglied Anton Scherr, "die Preise sind im Keller".

Positiv bei Rindern


Vorstandsvorsitzender Hans Auer konnte für den Bereich der Rindervermarktung positive Aussagen treffen: "Hochwertiges bayerisches Rindfleisch ist im Lebensmitteleinzelhandel gefragt und es werden durchaus akzeptable Preise erlöst." Bei der Nutzviehvermarktung wurde ein Vermarktungsvolumen von rund 28 000 Kälbern sowie knapp 12 000 Fressern abgewickelt.

Auer erläuterte den Schlachthofstrukturplan, der zur Schließung der zwei Betriebe Pfarrkirchen und Straubing geführt hat, aber den Ausbau der drei Betriebe Vilshofen, Landshut und Waldkraiburg vorsieht.

Umsatz von 340 Millionen


Auer betonte, dass die stabile wirtschaftliche Lage der Erzeugergemeinschaft mit einem Umsatzvolumen von 340 Millionen Euro, einer Eigenkapitalquote von 70 Prozent sowie einem Bilanzergebnis von rund 750 000 Euro die Grundlage für die innovativen Entwicklungen sowohl auf der Ebene der bäuerlichen Selbsthilfeeinrichtung als auch bei den Beteiligungsunternehmen bilden.

Nach der Mittagspause thematisierte der niederbayerische BBV-Präsident Gerhard Stadler die gesellschaftlichen Anforderungen und Chancen einer erfolgreichen Ferkelproduktion.
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