Bayern-Tour Natur führt in den Steinbruch
Stoapfalz hautnah erlebt

Einen eindrucksvollen Anblick bietet der mit Moos überwachsene "Zangenstein". Der mächtige Granitfindling liegt mitten im Wald. Er heißt so, weil seine Form an eine geöffnete Zange erinnert. Bilder: mad (2)
Freizeit
Schwarzhofen
27.05.2016
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"Viel Steine gab's und wenig Brot." Seit jeher beschreibt dieser Ausspruch die Bodenverhältnisse in der Oberpfalz, deswegen auch "Stoapfalz" genannt. Felsen und Granit waren auch bei der Bayern-Tour Natur Wegbegleiter.

Die Möglichkeit, einen Blick in das riesige Areal des Granit-Steinbruchs am Haginger Berg zu werfen, hatte eine Vielzahl an Interessenten angelockt. Am zweithöchsten Punkt der Marktgemeinde hieß Bürgermeister Maximilian Beer, gleichzeitig Vorsitzender des veranstaltenden Kulturförderkreises, die Teilnehmer willkommen. Er dankte Bauunternehmer Helmut Seebauer senior, dass er diesen Besuch ermöglicht hatte.

Granit in Rot und Blau


Beer informierte über die Verteilung der Gesteine in ganz Bayern und im Raum Schwarzhofen speziell. Granit sei in der Erdalterszeit (Paläozoikum) entstanden, als zwei Kontinentalplatten zusammenstießen, Magma aufstieg und Tiefengestein in entstehende Kammern absackte. Die darüber liegenden Deckschichten erodierten im Laufe der Jahrmillionen, und das Gestein lag frei. Der Steinbruch am Haginger Berg sei einer von nur dreien auf der Welt, wo roter und blauer Granit nebeneinander vorkommen.

Helmut Seebauer informierte, dass seine Firma seit 2001 hier arbeite, seit 2010 als Alleinbesitzer. Für den Straßenbau werden hier Materialien unterschiedlicher Körnung im Brecher erzeugt, vom groben Split bis zum Sand. Das Material dafür wird durch kontrollierte Sprengungen (in vielen 15 Meter langen Bohrlöchern wird Sprengstoff eingebracht) gewonnen, bei einer Zündung werden 3000 Tonnen Granit freigelegt. Im Anschluss demonstrierte Steinmetz Josef Tischler aus Fronhof eindrucksvoll, wie sich mit wenigen Keilen ein riesiger Granit-Block spalten lässt, als ob es Butter wäre. Auch Bürgermeister Maximilian Beer durfte sich erfolgreich selbst darin versuchen. Johann Fenk konnte nachweisen, das schon seit 1904 am Haginger Beck Steine gebrochen werden.

Refugium für die Natur


Nächstes Ziel der Tour war der riesige Findling "Zangenstein" im Wald. Dieser sieht aus wie eine geöffnete Zange, daher auch der Name. Im weiteren Verlauf wurde erörtert, dass vor allem aufgelassene Steinbrüche ein Rückzugsgebiet für Vögel seien, beispielsweise für den Uhu. Auch die Gelbbauchunke finde in Wasserrillen ein Refugium. Auf einer neu angelegten Fahrstraße gelangten die Teilnehmer schließlich noch weiter hinauf. Dort gab es zum Finale einen herrlichen Ausblick auf die nahe gelegenen Ortschaften und die Hügel in der Ferne. Teilweise reicht die Fernsicht bis in die Amberger Gegend. Für nächstes Jahr ist eine Exkursion in den alten Steinbruch geplant.
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