"Brückenschlag" geschafft

Gesichert mit Ketten und Gurten, schwebte das Bauteil für die neue Brücke am Haken des Autokrans über die Schwarzach.
Lokales
Schwarzhofen
24.12.2014
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Tieflader und Autokran brachten das Bauwerk in Position. Seit Montag streckt sich bei Girnitz die neue Fußgängerbrücke über die Schwarzach.

Mit schwerem Gerät wurde die Brücke auf ihre Lager gesetzt. Zunächst transportierte ein Tieflader der örtlichen Baufirma Seebauer das 16 Meter lange Brückenteil vom Gelände der Zimmerei Bauer (Oberaschau) nach Girnitz. An einer Engstelle war sogar präzise Zentimeterarbeit erforderlich, um die Stahlrahmen-Konstruktion mit Holzboden und -seitenverkleidung an Ort und Stelle zu bringen.

Mit langen Schrauben

Für das schwierige Prozedere des Brückenaufbaus hob ein Autokran den Übergang an langen Ketten und Gurten vom Tieflader. Nach dem Schwenk über die Schwarzach, wurde die Brücke behutsam auf die Betonfundamente gesetzt, die Bodenplatte aus Metall schließlich mit langen Schrauben befestigt.

Nachdem der fußläufige Übergang über die Schwarzach damit wieder hergestellt war, durfte Bürgermeister Maximilian Beer am Nachmittag ein "verfrühtes Weihnachtsgeschenk" an die Dorfgemeinschaft Girnitz übergeben. Im Beisein von Bewohnern, Marktgemeinderäten und Vertretern der beteiligten Firmen und des Naturparkvereins freute sich Beer, dass die Verbindung von Girnitz nach Schönau wieder hergestellt und damit die Zeit der Umwege vorbei sei.

Schäden deutlich größer

Der Bürgermeister erinnerte, dass die Gemeinde für die Brücke bereits im Dezember 2013 einen Förderantrag über den Naturparkverein Oberpfälzer Wald gestellt hatte. Damals rechnete man lediglich mit nötigen Ausbesserungsarbeiten an Bodenbelag und Geländer. 50 Prozent Förderung durch den Staat und 20 Prozent durch den Naturparkverein wurden zugesagt. Im Februar 2014 erhielt die Firma Josef Bauer aus Oberaschau für 9893,66 Euro den Zuschlag.

Doch im Juni stellte sich heraus, dass die Brücke "massiv morsch" ist und es mit Reparaturen allein nicht getan war. Daraufhin erstellte das Ingenieurbüro Baier aus Tiefenbach eine Kostenschätzung und einen Plan für die Gesamterneuerung der maroden Brücke (Planungskosten 10 692,80 Euro). Im Juli stimmte der Marktgemeinderat Schwarzhofen der Kompletterneuerung der Brücke zu. Dafür stellte der Staat rund 17 000 Euro Fördermittel und der Naturparkverein 3402 Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung der Stahlbauarbeiten erfolgte im September, als wirtschaftlichster Bieter erhielt die Baufirma Rädlinger aus Cham für 22 116,15 Euro den Zuschlag. Gleichzeitig wurde der Landesgewerbeanstalt der Auftrag zur Prüfung der statischen Unterlagen erteilt, und deren Bescheid traf gerade noch rechtzeitig ein. Die Gesamtkosten für die neue Brücke summierten sich auf rund 34 028 Euro. Nachdem sich auch der Fischereiverein Nürnberg mit 1000 Euro für die "optisch gelungene Brücke" einbringt, verbleiben beim Markt Eigenmittel in Höhe von 12 116 Euro.

Der Abbau der alten Brücke ging in Regie der Dorfgemeinschaft über die Bühne. Der Bürgermeister dankte allen Beteiligten, besonders der Baufirma Seebauer und "Organisator" Josef Sorgenfrei. Im Anschluss wurde die neue Fußgängerbrücke gleich "in Betrieb genommen", zu den ersten Nutzern gehörte auch eine junge Reiterin, die mit ihrem Pferd das neue Bauwerk passierte. Die Tragkraft der Brücke wurde mit 15 Tonnen angegeben.
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