Ein Dorf stellt sich neu auf

Auf dem umgestalteten Dorfplatz in Haag erinnert jetzt ein großer Granitblock an die erfolgreich verlaufene Flurneuordnung samt Dorferneuerung. Bürgermeister Maximilian Beer (links am Gedenkstein), Amtsvorgänger Helmut Hausladen, Baudirektor Werner Bachseitz (von rechts), stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl (vorne, Vierter von rechts) und Pfarrer Markus Urban gratulierten den Bürgern zum Abschluss der Maßnahme. Bild: mad
Lokales
Schwarzhofen
18.06.2015
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Das Projekt prägte eine ganze Generation: Nach 25 Jahren ist bei der Flurneuordnung und der Dorferneuerung im Ortsteil Haag das Zielband erreicht. Die Früchte der Arbeit durften die Ehrengäste beim Abschlussfest bewundern.

Mit einer Dankandacht und einem Dorffest feierten die Haager dieses Finale: Unter den drei Linden auf dem Dorfplatz hatten sich neben den Bewohnern auch zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Pfarrer Markus Urban zelebrierte die Andacht, musikalisch begleitete Dr. Adolf Scharf die gemeinsam gesungenen Lieder auf dem Keyboard. Einige Gesänge hatte Gertraud Größl auf die Situation Haags umgeschrieben.

Chemie im Dorf stimmt

In seiner 19-jährigen Dienstzeit sei dies für ihn der erste Abschluss eines Dorferneuerungs- und Flurneuordnungsverfahrens, räumte Bürgermeister Maximilian Beer bei der Eröffnung der Feierstunde ein. Die Maßnahme in Haag habe ihn vom ersten Tag an begleitet, ihre Entwicklung, Fortschritte und Teilergebnisse habe er stets mit Freude gesehen. Er lobte das zwischenmenschliche Klima im Dorf: Obwohl fast der ganze Ort umgekrempelt, eine komplette Infrastruktur (Wasser, Abwasser) erstmals geschaffen oder komplett erneuert (Straßen, Wege), und in althergebrachtes Eigentum (Felder, Wiesen, alte Rechte) eingegriffen wurde, sei es fair, menschlich und meist sogar harmonisch zugegangen. "Das ist etwas sehr Ungewöhnliches und Großartiges", stellte der Bürgermeister heraus.

Es sei eine "weise und zukunftsträchtige Entscheidung" gewesen, als der Marktgemeinderat mit dem damaligen Bürgermeister Helmut Hausladen 1990 den Antrag gestellt und das Projekt 1991 - damals noch als Flurbereinigung - begonnen habe. Die Maßnahme habe den größten Umbruch in der über 800-jährigen Geschichte des Dorfes mit sich gebracht. Als Anschauungsobjekt könne vor allem der Dorfplatz - grün gestaltet und kulturelles Zentrum des Orts - herhalten. Dafür hatte es 2006 sogar einen Sonderpreis gegeben. Er dankte allen für die Mitarbeit und überreichte den ehemaligen Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft kleine Geschenke.

Baudirektor Werner Bachseitz, Abteilungsleiter am Amt für ländliche Entwicklung und nun letzter Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Haag, erinnerte dran, dass er seit seinem Amtseintritt 1991 mit der Maßnahme eng befasst war. Immer in Erinnerung bleiben werde ihm die konstruktive, stets von Freundlichkeit geprägte Zusammenarbeit mit dem Vorstand, die ruhige und besonnene Art der Teilnehmer und die zielgerichtete Zusammenarbeit mit dem Markt. Einfach sei es aber nicht immer gewesen, besonders was den Bau der Gemeindeverbindungsstraße von Haag über Laubenhof betraf.

Stolz sein aufs Dorf

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl stellte heraus, dass Flurneuordnung immer in einem Konsens von Ökonomie, Ökologie und Sozialem erfolgen müsse. Er stellte den Dorfplatz als "großartigen Treffpunkt" heraus und informierte über die Symbolkraft der gepflanzten Linden. Vorstand Josef Frey junior würdigte die Zusammenarbeit mit Behörden und Fachstellen. Besonders dankte er den Dorfbewohnern, auf ihr lebens- und liebenswertes Dorf könnten alle stolz sein.

Danach segnete Pfarrer Urban noch den großen Granitblock, der zur Erinnerung an die Maßnahme auf dem Dorfplatz aufgestellt worden war. Eine Metalltafel samt Aufschrift erinnert an den Verlauf des Projekts. Während des anschließenden Dorffestes war im Feuerwehrhaus - das ebenfalls im Zuge der Dorferneuerung entstand - eine Ausstellung über die Maßnahme zu sehen. (Hintergrund)
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