Feldzug gegen Bienen-Parasit

Imkermeister Wolfgang Gleißner demonstrierte verschiedene Behandlungsmethoden gegen die Varroa-Milbe. Bild: mad
Lokales
Schwarzhofen
25.07.2015
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Wenn es um das Bienensterne geht, gilt die Varroa-Milbe als der Bösewicht schlechthin. Wie die Völker geschützt werden können, erläuterte Imkermeister Wolfgang Gleißner bei einer Schulung im Bienengarten.

Viele Neuimker aber auch erfahrene Bienenzüchter waren in Schwarzeneck zusammengekommen, um sich Impulse für die Behandlung ihrer Völker gegen die Varroa-Milbe zu holen. Referent und Imkermeister Wolfgang Gleißner stellte den Ernst der Lage heraus und bekräftigte, dass jetzt im Juli die erste Behandlung gegen die für Bienen tödliche Milbe ein "absolutes Muss" sei. Weitere Behandlungen seien im September sowie vor dem Winter unumgänglich, Ableger und Jungvölker müssten besonders versorgt werden. Gleißner demonstrierte mehrere Möglichkeiten, das Varroa-Problem etwas in den Griff zu bekommen. Es gebe Kurzzeitbehandlungen und eine Langzeitbehandlung mit dem "Nassenheider-Verdunster".

Säure wirkt auf Milben

Die Sommerbehandlung sollte eigentlich um den 15. Juli beginnen. Die Anwendung von Ameisensäure biete verschiedene Möglichkeiten der Therapie. Mit der Säure sei der Abstand zwischen Milben- und Bienensterblichkeit relativ gering. Gleißner empfahl, den Bestand gut aufzufüttern. "Die Ameisensäure wirkt auf die Milben, die auf den Bienen sitzen, nicht in die Brut hinein", stellte er klar. Die Bienen hätten Zeit, sich an die Ameisensäure zu gewöhnen und gerieten nicht in Panik. Mit 85-prozentiger Ameisensäure sei eine gute Wirkung in die verdeckelte Brut gewährleistet.

Für den Erfolg dieser Vorsorge sei eine genügend hohe "Stockluftkonzentration" mit Ameisensäure von Bedeutung. Eine Langzeitbehandlung habe deshalb in der Regel eine bessere Wirkung als die kurze Variante. Speziell vorgestellt wurde der "Nassenheider-Verdunster", der eine gleichmäßige Verdunstung garantiere. Bei kühlen Temperaturen sei dies von Vorteil. Gleißner mahnte im Umgang mit der hochprozentigen Säure zur Vorsicht und empfahl, Handschuhe tragen. Nach der Erstentmilbung ist eine Dauerentmilbung ab Ende August mit einem Thymolprodukt möglich und wirksam.

Damit ließe sich auch ein Wiederbefall - auch aus anderen Bienenstöcken - größtenteils ausschließen, und der Imker könne auf ein gutes Überleben seiner Bienen hoffen.
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