Imker schon 1908 organisiert

Kreisvorsitzender Hermann Bronold, Landesvorsitzender Edmund Hochmuth, Ortsvorsitzender Hans Hofweber (hinten, von links), Pfarrer Markus Urban, zweiter Ortsvorsitzender Herbert Vogl und Bürgermeister Maximilian Beer (hinten, von rechts) zeichneten die langjährigen Mitglieder des Imkervereins Schwarzhofen und Umgebung aus. Bild: mad
Lokales
Schwarzhofen
11.11.2014
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Mit ihren Feierlichkeiten waren die Bienenzüchter eigentlich viel zu spät dran: Als der Imkerverein Schwarzhofen und Umgebung am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen feierte, zeigte sich, dass die Gruppierung sogar noch älter ist.

Auf eine wechselvolle Geschichte blickte der Imkerverein bei seinem Jubiläumsfest zurück. Bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche zu Ehren der verstorbenen Mitglieder, ging Pfarrer Markus Urban in seiner Predigt auf die Bedeutung der Bienen für die Menschen ein. Den Festakt mit Ehrungen im Gasthaus Gillitzer eröffnete Vorsitzender Hans Hofweber.

"Immer umschwärmt"

Bürgermeister Maximilian Beer übermittelte die Glückwünsche der Marktgemeinde an den Jubelverein. Ein Bienenvolk sei ein solides Gebilde, die Königin dominiere darin. "Ein Imker ist immer umschwärmt", scherzte er. Beer stellte die immense Bedeutung der Imkerei für die Volkswirtschaft heraus, mit geschätzten 30 bis 60 Milliarden Euro an Wert. Er würdigte das Engagement der Mitglieder, die sich an sich vielen Veranstaltungen beteiligten. Beer rief die Errichtung des Bienengartens bei Schwarzeneck in Erinnerung, außerdem habe der Imkerverein von Anfang an bei der Bayern-Tour Natur auf Ortsebene mitgewirkt.

Als besondere Überraschung hatte der Bürgermeister eine Urkunde aus dem Archiv des Marktes mitgebracht. Dieses Dokument bestätigte, dass der Verein sogar noch älter als 100 Jahre ist. Danach habe das Bezirksamt Neunburg bereits im Mai 1908 festgestellt, dass es "im Bezirk Neunburg drei Bienenzuchtvereine gibt" - in Neunburg, Kemnath und eben in Schwarzhofen.

Imker-Kreisvorsitzender Hermann Bronold erinnerte sich an einst viele Kontakte nach Schwarzhofen, vor allem in der Zeit als Werner Grund senior Landesvorsitzender war. Als Geschenk zum Jubiläum überreichte er eine Spende. Auch Edmund Hochmuth, Vorsitzender der Bayerischen Imkervereinigung, war nicht mit leere Händen gekommen. Er zeigte sich voll des Lobes über die vielen Aktivitäten des Vereins. Bei den Ehrungen wurden Mitglieder ausgezeichnet, die bereits zwischen 20 und 54 Jahre den Imkern angehören. Zur Anerkennung gab es Urkunde, Ehrennadel und eine von Künstlerin Mandana Hanauer gestaltete Keramiktasse.

Zuwachs mit Probe-Imkern

Abschließend wartete Landesvorsitzender Edmund Hochmuth mit aktuellen Informationen zur Lage der Bienenzucht aus. Es sei erfreulich, dass die Zahl der Frauen und Jugendlichen im Verband steige, die Aktionen zum Probe-Imkern hätten viele neue Mitglieder beschert. Er rückte verschiedene Bedrohungen für die Bienen wie beispielsweise die asiatische Hornisse und den Beutenkäfer, die in vielen Ländern bereits auf dem Vormarsch seien, in den Blickpunkt. Hochmuth kam auf Forderungen der Imkerverbände an die Landwirtschaft zu sprechen, die unter anderem den Rückgang des Maisanbaus und den Wunsch nach mehr blühenden Zwischenfrüchten, Brachflächen und Blühstreifen beinhalteten.
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