Karos und Spanferkel

Auch Bürgermeister Maximilian Beer (Dritter von links) und Gerhard Würl, Hauptorganisator der Sonnwendfeier (rechts), statteten den Lagerteilnehmern einen Besuch ab. Bild: mad
Lokales
Schwarzhofen
27.06.2015
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Der längste Tag des Jahres lockte ein buntes Völkchen zur Trojaburg bei Uckersdorf: Beim Keltenfest zur Feier der Sommersonnenwende ging es weit in die Vergangenheit zurück. Einige Besucher trugen sogar schottische Kilts.

Auch wenn der Kulturförderkreis keinen besonders guten Draht nach oben hatte - vom immer wieder fallenden Regen ließen sich die Darstellergruppen nicht die Laune verderben. Die Frauen und Männer, die in ihren Zelten das Leben der Kelten nachstellen, sind es gewohnt, dem Wetter zu trotzen. Schließlich sind sie im Sommer auf vielen solcher Freiluftveranstaltungen unterwegs.

So zahlreich wie heuer war der Besuch bisher noch nicht gewesen. Bis aus Niederbayern und Franken waren die Gruppen mit Kind und Kegel angereist und brachten den Zeltplatz bei der Trojaburg an die Kapazitätsgrenze. Organisator Gerhard Würl freute sich natürlich sehr über diesen Zuspruch. Auf dem "mystischen Platz im von Wasser umflossenen Eichenhain" - wie er den Kelten heilig war - schlugen die Teilnehmer ein weitläufiges Lager auf, in dem wie in alten Zeiten gelebt, gekocht und geschlafen wurde. Eine Gruppe grillte ein Spanferkel am offenen Feuer, andere hatten eine "Badestube" aufgebaut.

Besonderen Eindruck hinterließ der Schotten-Clan der Mac Draigh: Die Darsteller in ihren Original-Kilts mit dem traditionellen Karomuster, die seit fünf Jahren im ganzen bayerischen Raum und auch in Österreich unterwegs sind, präsentierten unter anderem ein Zelt mit kunstvollem Schnitzwerk. Auch Bürgermeister Maximilian Beer bewunderte die Aufmachung der Darsteller.

Hauptorganisator Gerhard Würl hatte für die Teilnehmer und weiteren Interessenten eine Fülle von Informationen über die Kelten allgemein und die Trojaburg im Speziellen parat. Besonders wies er auf das vor Jahren in Zangenstein entdeckte Hügelgrab ganz in der Nähe hin, wo um 800 vor Christus ein keltischer "Fürst" bestattet worden war. Er blendete bis in die Steinzeit zurück, als in der Region eine Feuerstein-Handelsstraße bis nach Böhmen verlief. Später folgten auf dieser Route auch Transporte von Salz und anderen Waren. Auch auf die mögliche Bedeutung und den Zweck einer Trojaburg - Kalender oder "Geisterfalle" - ging Würl ein.
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