Kleinod der Dorfgemeinschaft

In neuem Glanz präsentiert sich die Dorfkapelle im Schwarzhofener Ortsteil Girnitz. Das kleine Kirchlein liegt abseits der Staatsstraße und ist in den vergangenen Monaten durch die Dorfgemeinschaft renoviert worden. Bild: Mardanow
Lokales
Schwarzhofen
19.06.2015
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Ihre Dorfkapelle ist den Girnitzern einige Mühe wert: Das kleine Gotteshaus an der Straße nach Schwarzhofen ist in den vergangenen Monaten innen und außen renoviert worden - ohne finanziellen Aufwand für Pfarrei und Gemeinde.

Als "Feldkapelle, rechteckiger Satteldachbau mit korbbogig geöffnetem Säulenportikus" steht das bauliche Kleinod in der Liste der Baudenkmäler des Regierungsbezirks Oberpfalz. Als Entstehungszeit wird darin das 18./19. Jahrhundert angegeben. "Der Altar stammt aus dem Jahr 1796", weiß Helmut Seebauer senior. Der Marktgemeinderat und Bauunternehmer ist in Girnitz daheim.

Gemeinsam angepackt

In den zurückliegenden Wochen und Monaten haben sich die Dorfbewohner in besonderer Weise für ihre Kapelle stark gemacht. Gemeinsam wurde angepackt und jede Menge Schweiß vergossen. Viele haben sich die Hände schmutzig gemacht, um das kleine Bauwerk zu renovieren.

Gegenüber dem NT zählt Helmut Seebauer die verschiedenen Arbeiten auf: So wurde beispielsweise der Außenputz der Kapelle erneuert, außerdem bekam sie eine neue Dacheindeckung spendiert. Die Fundamente sind trockengelegt worden, der Gebäudesockel wurde mit Platten aus rotem Granit verkleidet.

Im Inneren des schmucken Gotteshauses haben die Bewohner aus Girnitz das Pflaster auf den neuesten Stand gebracht, den Putz neu aufgetragen und die Wände noch mit einem frischen Anstrich versehen. Zusätzlich wurde es heller in der Dorfkapelle: Per Erdkabel hielt die Elektrizität im Kirchlein Einzug - "jetzt haben wir endlich Licht", freut sich Helmut Seebauer. Auch der Christbaum, der in der Advents- und Weihnachtszeit vor der Kapelle steht, muss nun nicht mehr per Batterie beleuchtet werden.

Dorf bewältigt Projekt

Mit Stolz berichtet Seebauer, dass das Projekt komplett von der Dorfgemeinschaft gestemmt wurde - von der Finanzierung bis hin zu den Arbeiten. Weder von der Marktgemeinde noch von der Kirchenstiftung seien dafür Gelder in Anspruch genommen worden.

Der erfolgreiche Abschluss der Renovierung wird an diesem Sonntag gefeiert. Um 18 Uhr findet an der Kapelle eine Marienandacht statt, bei der das sanierte Kirchlein den Segen erhalten soll. Nicht nur die Bewohner von Girnitz, auch alle anderen Pfarrangehörigen sind dazu willkommen.

Bereits in der Vergangenheit haben die Girnitzer immer wieder gerne für ihr Dorf angepackt. Unter anderem wurde 2003 in Eigenleistung ein Glockenturm aufgestellt. Schon 1999 war in über 500 Arbeitsstunden eine Holzbrücke über die Schwarzach gezimmert worden.
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