Kreativität gegen Kunst-Vakuum

Für den Aufbau der Jubiläumsausstellung in der Galerie "VKUS" packten Vasilij Plotnikov (links) und sein Bruder Michael am Freitag gemeinsam an. Direkt am Marktplatz, in der Galerie in der Lederergasse und im alten Mesner-Haus gegenüber, präsentieren an diesem Wochenende fünf kreative Geister ganz verschiedene Facetten der Kunst. Bild: Mardanow
Lokales
Schwarzhofen
10.07.2015
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Seit fünf Jahren haben abstrakte Skulpturen und filigrane Plastiken am Marktplatz eine Nische gefunden: In ihrer Galerie "VKUS" bringen Veronika Riedl und Vasilij Plotnikov die Kunst aufs Land. Zum Jubiläum am Wochenende haben sie sich Verstärkung geholt.

"Wir zeigen diesmal eine ziemlich große Ausstellung", verrät Vasilij Plotnikov im NT-Gespräch. Zum fünften Geburtstag der Galerie werden auch fünf Kunstschaffende ihre Werke präsentieren. So zeigt Bildhauer Plotnikov Skulpturen aus Holz und Stein, von Lebensgefährten Veronika Riedl sind Objekte aus Keramik zu bewundern. Vasilijs Bruder Michael - eigentlich in Sotschi (Russland) daheim, aber immer wieder einmal zu Gast in Schwarzhofen - rückt seine Fotografien ins Rampenlicht.

Kunst im Mesner-Haus

Aus Amberg kommt das Künstlerpaar Johann Sturcz und Erika Wakayama. Ihre Zeichnungen, Acryl- und Ölbilder bringen neues Leben in das alte Mesner-Haus, das in der Lederergasse gleich schräg gegenüber der Galerie liegt. Plotnikov ist der Familie Ziereis dankbar, dass sie das alte Wohnhaus für diese Ausstellung zur Verfügung stellt.

Nach dem russischen Wort für "Geschmack" haben Veronika Riedl und Vasilij Plotnikov ihre Galerie im Jahr 2010 benannt. "Wir wollten keine abgehobene Galerie schaffen", blickt Plotnikov auf die Anfänge zurück. Gut erinnert er sich daran, dass Bürgermeister Maximilian Beer das Ziel "Kunst auf dem Land zu etablieren" voll unterstützte. Und das scheint aufzugehen: "Mittlerweile kommen Leute von Regensburg bis Hof zu uns", berichtet der Bildhauer. Das Heimatfest 2010 bildete die Bühne für die Eröffnung. "Wir haben jedes Haus persönlich eingeladen", erzählt Vasilij Plotnikov, der damalige Pfarrer Johann Hofmann segnete Galerie, Atelier und Werkstatträume.

Plotnikov ist überzeugt, dass ihre Initiative das kulturelle Leben auf dem Land bereichert hat - "das Kunst-Vakuum ist kleiner geworden". Wobei die Region beispielsweise mit dem Oberpfälzer Künstlerhaus in der Kebbel-Villa in Fronberg, dem CeBB in Schönsee oder mit dem Cordonhaus in Cham ohnehin über ein gutes Kulturangebot verfüge, wie er anerkennt. Den Schritt aufs Land zu ziehen, haben der Bildhauer aus Russland und die Keramikerin aus Oberfranken nie bereut: "Die Gegend ist wunderschön und inspiriert beim Arbeiten", schwärmt Plotnikov.

Zur Feier des fünfjährigen Bestehens sind die Werkstatt- und Galerieräume in der Lederergasse 1 heute und am Sonntag jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Kleine Gäste können mit Tonmatsch ihre Kreativität und Fantasie unter Beweis stellen, für Bewirtung ist gesorgt. Am Sonntag begleiten "Jürgen Zach und Freunde" das Fest musikalisch. "Ich freu' mich einfach auf die Besucher", unterstreicht Vasilij Plotnikov, es sei immer etwas Besonderes, neue Leute kennenzulernen.

In Regensburg vertreten

Die Kunstschaffenden Riedl, Plotnikov, Sturcz und Wakayama zeigen einen Querschnitt ihrer Werke aktuell auch bei der Großen Ostbayerischen Kunstausstellung in Regensburg. Diese läuft noch bis 6. September in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel und in der Minoritenkirche des Historischen Museums.



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Weitere Informationen im Internet:

http://www.galerie-vkus.de
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