Musterbeispiele für Bürgersinn

Kommandant Stefan Schmid und Vorsitzender Christian Voith (von links) ernannten Josef Plößl (Zweiter von rechts) und Michael Sorgenfrei (Dritter von links) zu Ehrenmitgliedern, Georg Voith darf sich künftig Ehrenvorstand der Feuerwehr Schwarzhofen nennen. Bürgermeister Maximilian Beer gratulierte.
Lokales
Schwarzhofen
12.08.2015
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Ihr Einsatz für andere macht sie zu Leuchttürmen der Gesellschaft, seit 150 Jahren sind sie geschätzte Nothelfer in Uniform. Mit einem Ehrenabend hat die Feuerwehr Schwarzhofen ihre Jubiläumsfeierlichkeiten eingeläutet. Drei verdiente Mitglieder erhielten eine besondere Auszeichnung.

Zum Kommersabend in der Dr.-von-Ringseis-Schule hatte die Jubelwehr ihre restaurierte Feuerspritze von 1875 in der Aula aufgefahren. Vorsitzender und Festleiter Christian Voith eröffnete die festliche Stunde mit einer Gedenkminute für verstorbene Mitglieder. Bürgermeister Maximilian Beer hielt es für eine gute Entscheidung, die Festtage mit einem Ehrenabend zu eröffnen, "um dem Engagement der Geehrten gerecht zu werden".

"Der Dienst in der Feuerwehr ist etwas für Hardcore-Ehrenamtler", eröffnete der Bürgermeister seine Festrede. In Schwarzhofen habe die Geburtsstunde dieser "ältesten und effektivsten Selbsthilfeeinrichtung der Bürgerschaft" am 14. Oktober 1865 geschlagen. In seiner mit vielen Fakten, aber auch Humor gewürzten Ansprache, brachte Beer seinen Zuhörern die Historie des Jubelvereins im Zeitraffer nahe. Angefangen von der ersten Bewährungsprobe beim Großfeuer von 1869, das fast den halben Ort abfackelte, bis hin zur Rolle der Wehr in der NS-Zeit, als die Aktiven als "Technische Polizeitruppe" dem Reichsministerium des Innern unterstellt waren.

Fürs Fest Theater spielen

Dass die Floriansjünger anno dazumal einfallsreich waren, wenn es darum ging, Geld zu beschaffen, zeigte eine Episode von 1928: Damals wurde ein Theaterausschuss ins Leben gerufen, mit dem Erlös aus den Aufführungen sollte ein geplantes Fest finanziert werden. Ein "großer Einschnitt", so Beer, sei 1954 der Bau des Gerätehauses gewesen.

Beer erinnerte an das erste Leistungsabzeichen 1865 und den Kauf des ersten Löschfahrzeugs im Jahr 1975. Er verschwieg aber auch nicht, dass der Verein immer wieder Zerreißproben, gerade in der jüngeren Geschichte, zu bestehen hatte. Doch die Einsatzbereitschaft habe darunter nie gelitten. Über die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses im Jahr 2003 kehrte der Bürgermeister wieder in die Gegenwart zurück. "Feuerwehrleute sind Mitbürger ganz besonderer Prägung", betonte er zum Abschluss. Sie seien bereit, im Notfall die eigene Gesundheit für andere zu riskieren. Mit ihrem Engagement seien die Feuerwehrmänner und -frauen eine wesentliche Basis für ein funktionierendes Gemeinwesen - "ohne euren Einsatz wäre unsere Gesellschaft ein Stück weit ärmer".

Abzeichen mit Stolz tragen

Landrat und Schirmherr Thomas Ebeling freute sich, der Feuerwehr zu einem "stolzen Jubiläum" gratulieren zu dürfen und überreichte an Vorsitzenden Christian Voith ein "Flachgeschenk". Im Anschluss wurden mehrere Mitglieder für ihre Vereinstreue geehrt. Landrat Ebeling, Kreisbrandrat Robert Heinfling, Kreisbrandinspektor Richard Fleck und Kreisbrandmeister Konrad Hoch zeichneten langjährige Aktive aus (siehe Infokasten). "Tragt eure Abzeichen mit Stolz", rief Kreisbrandrat Robert Heinfling den Geehrten zu. "Es soll jeder sehen, was ihr für die Allgemeinheit geleistet habt."

Besonderer Applaus brandete zum Abschluss des Abends auf: Für ihre Verdienste um die Feuerwehr Schwarzhofen sind Michael Sorgenfrei und Josef Plößl senior zu Ehrenmitgliedern ernannt worden. Der frühere Vorsitzende Georg Voith senior, in dessen Amtszeit der Neubau des Feuerwehrhauses bewältigt wurde, erhielt die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorstand. (Ehrenabend)
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