Neue Weichen in der Pflege

Lokales
Schwarzhofen
08.11.2014
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Der Krankenpflegeverein betreut aktuell 27 Patienten. Bei der Mitgliederversammlung durchleuchtete Sozialpädagogin Birgit Kramer die Auswirkungen des ab 2015 gültigen Pflegestärkungsgesetzes.

Im Pfarrsaal eröffnete Pfarrer Markus Urban die Versammlung und ging in seinem geistlichen Wort auf die Lage Pflegebedürftiger ein. Erfreulich fiel der Kassenbericht von Kassier Rainer Meidhof aus: Nachdem die Einnahmen wieder höher waren als die Ausgaben, gelang es, einen Überschuss zu erwirtschaften und genügend Rücklagen zu generieren.

Sozialpädagogin Birgit Kramer von der Fachstelle der Caritas für pflegende Angehörige hatte noch einige interessante Zahlen parat über die Tätigkeit des Vereins. So wurden 27 Patienten betreut, dabei über 2000 Hausbesuche absolviert und mehr als 20 000 Verrichtungen erbracht. In ihrem Referat ging Kramer auf das Pflegeneuausrichtungsgesetz ein und erläuterte auch das im Januar in Kraft tretende Pflegestärkungsgesetz. Es ist vom Bundestag in dritter Lesung beschlossen worden, der Bundesrat muss noch zustimmen.

Das Gesetz soll deutliche Verbesserungen bringen, gerade auch bei den Leistungen der Pflegekassen. Künftig werden in den drei Pflegestufen auch Zusatzleistungen bei Demenz gewährt, außerdem gibt es Härtefälle. Ab 2017 soll es dann fünf Pflegegrade geben. Ein Antrag auf Aufnahme in eine Pflegestufe muss nun nach spätestens fünf Wochen bearbeitet sein, monatelange Hängepartien gehören der Vergangenheit an. Das Pflegegeld könne in Anspruch genommen werden, wenn Angehörige oder Ehrenamtliche diese Aufgabe übernehmen. Für die Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst können Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden. Die Zuwendungen für Pflegehilfsmittel werden erhöht, die Sätze bei der "Verhinderungspflege" werden angepasst, eine Ersatzpflege ist dann bis zu sechs Wochen möglich. Die Leistungen der "teilstationären Versorgung" (Tages- und Nachtpflege) können neben der ambulanten Pflegesachleistung bzw. dem Pflegegeld in Anspruch genommen werden.

Auch die Leistungen bei Kurzzeitpflege werden deutlich verbessert. Die Inanspruchnahme von Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen wird deutlich vereinfacht. Wenn ein Pflegebedürftiger, der in seiner Alltagskompetenz dauerhaft erheblich eingeschränkt ist, zu Hause gepflegt wird, kann es hilfreich sein, das Wohnungsumfeld an die besonderen Belange individuell anzupassen. Pro genehmigte Maßnahme kann es zwischen 2557 bis 160 000 Euro (wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammenwohnen) Zuschuss geben.

Die Leistungen bei vollstationärer Pflege werden ebenso angehoben, auch die Leistungen für zusätzliche Betreuungsleistungen. Abschließend erneuerte Bettina Kramer ihr Angebot, angesichts dieser eminenten Änderungen stets für persönliche Beratungen bereit zu stehen. Zum Abschluss der Versammlung fand eine Betroffene viele lobende Worte für die Arbeit der Caritas-Schwestern.
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