"Staatsstraße gemeinsam gießen"

Der erste Planungsentwurf von Architekt Hartmut Schließer zum Ausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2040 stieß bei den Anwohnern auf großes Interesse. Bild: Mardanow
Lokales
Schwarzhofen
13.05.2015
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Architekt Hartmut Schließer erläuterte seinen Entwurf für den Ausbau der Staatsstraße. Bild: Mardanow

Die "Holperpiste" soll wieder zur "Lebensader des Marktes" werden. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2040 stellt die Marktgemeinde vor eine Mammutaufgabe. Aus einer Bürgerversammlung kam jetzt der Auftrag, das Vorhaben weiter zu verfolgen.

In der Schulaula räumte Bürgermeister Maximilian Beer dem Treffen "große Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Hauptortes" ein. Er skizzierte den schlechten Zustand der Straße ("Die Gehsteige sind eher bessere Schrammborde"), auch der Kanal sei auf ganzer Länge marode und müsse ausgetauscht werden.

Ausbau in Kooperation

Bereits am 29. Juni 2013 war im Marktgemeinderat ein Vollausbau für Straße und Gehweg in Kooperation mit dem Freistaat Bayern beschlossen worden, erinnerte Beer. Der Freistaat sei bereit, die Straße aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn die Gemeinde Gehwege und Parkflächen erneuert. Auch nur unter dieser Voraussetzung gebe es Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm.

"Sie haben eine Staatsstraße, die durch einen eng bebauten Ort verläuft", charakterisierte Architekt Hartmut Schließer, SBS-Planungsgemeinschaft München, die Problematik. "Nutzen Sie die Chance, die sich Ihnen bietet, etwas zu verbessern", appellierte er an die Bürger. Der Planer stellte mehrere Herangehensweisen vor, dabei brachte er auch die Idee für den Bau einer Ortsumgehung für den Großverkehr über Schwarzeneck ins Spiel. Dies sei zwar Zukunftsmusik, doch sollte dies als langfristige Perspektive im Kopf behalten werden. "Das ist nicht unmöglich, es wird aber weder schnell noch günstig gehen", ergänzte der Bürgermeister.

Der Planungsentwurf des Architekten sieht unter anderem für die Neunburger Straße kurze asphaltiere Abschnitte vor, die auf Höhe markanter Flächen und Einmündungen von Pflasterflächen unterbrochen werden. Bäume sollen den Bereich aufwerten und die Geschwindigkeit dämpfen. Apropos Geschwindigkeit: Bei möglichen 5,50 Meter Fahrbahn, 1,50 Meter Gehweg und Seitenflächen um die 90 Zentimeter, "wird Tempo 30 künftig unabdingbar sein", betonte Schließer. Damit könnte Verkehrslärm gedämpft, Abgase und Erschütterungen minimiert und die Sicherheit erhöht werden. Die vorgesehenen Stellplätze sollen höhenmäßig auf dem selben Niveau wie die Gehwege liegen.

Für den Bereich vor dem Marktplatz schlug der Planer eine Fahrbahnverengung vor, um links und rechts Platz für Fußgänger schaffen zu können. Begegnungsverkehr sei dann nur noch eingeschränkt möglich. Der Kreuzungsbereich General-Stephan-Straße/Oberviechtacher Straße soll unter anderem gepflastert werden und Platz-Charakter erhalten. Laut Hartmut Schließer hat diese Option bereits positive Rückmeldungen durch die Bezirksregierung erhalten. Die Oberste Baubehörde habe sogar von einem "modellhaften Ausbau" gesprochen. Angedacht ist noch ein möglicher Abriss des leerstehenden Lehrnbecher-Anwesens, um den dahinterliegenden Pfarrhof ins Straßenensemble zu integrieren.

Comeback für Arbeitskreis

Mit 19 Ja-Stimmen (keine Gegenstimme, ansonsten Enthaltungen) sprachen sich die Bürger dafür aus, das Vorhaben auf dieser Diskussionsgrundlage weiterzuverfolgen. Um den Weg zum "gemeinsamen Guss der Staatsstraße" (Bürgermeister Beer) zu bereiten, wird das Thema im Marktgemeinderat Anfang Juni auf dem Tisch liegen. Im Anschluss soll in eine intensive Bürgerbeteiligung eingestiegen und dafür der Arbeitskreis Altortsanierung wiederbelebt werden. Der Entwurf von Hartmut Schließer wird vorab im Internet veröffentlicht und in Rathaus und Verwaltungsgemeinschaft zur Einsicht hinterlegt.
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