Süße Beute aus den Waben

Groß war das Interesse an der nächsten Aktion im Bienenjahr: In Schwarzeneck beim Bienengarten versammelten sich erfahrene Züchter und Neu-Imker zur Honigernte. Bilder: mad (2)
Lokales
Schwarzhofen
10.06.2015
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Am Bienenstock war Ernte angesagt: Unermüdlich drehte sich im Bienengarten des Imkervereins Schwarzhofen die Honigschleuder. Vor allem die warmen Tage um das Pfingstfest hatten einiges an goldgelber Beute eingebracht.

Den Imkern stand die eigentlich angenehmste Etappe im Bienenjahr ins Haus: Bei der Aktion des Imkervereins Schwarzhofen und Umgebung ging es darum, die Früchte der Arbeit zu ernten - in diesem Fall den Honig, den die Bienen der einzelnen Völker zusammengetragen hatten. Dazu hatten sich zahlreiche Bienenzüchter, auch einige Nachwuchsimker, um Vorsitzenden Herbert Vogl und seinen Vorgänger Hans Hofweber im Bienengarten bei Schwarzeneck versammelt.

Bei der Kontrolle der Bienenvölker zeigte sich, dass das gute Wetter der vergangenen Wochen zu guten Ergebnissen und Waben mit vollen Honigräumen geführt hatte. Vor allem die warmen Tage um Pfingsten brachten doch einiges an "süßer Beute" ein. Mit einem Refraktometer wurde der Wassergehalt des Honigs bestimmt, der unter 18 Prozent liegen muss. Wenn Honig "reif" ist, werden die Waben von den Bienen verdeckelt.

"Erntehelfer" Fliehkraft

Hans Hofweber und Herbert Vogl veranschaulichten die Entnahme der gefüllten Waben und erläuterten Gerätschaften, die zur Honig-Ernte benötigt werden. Danach befreiten die Imker mit einer sogenannten Entdeckelungsgabel oder einem breiten Messer die Waben vom ihren Wachsdeckel, dabei durfte sogar ein kleines Mädchen mit Hand anlegen. Anschließend wanderten die Waben in die große Schleuder. Kräftiges Drehen an der Kurbel beförderte den goldgelben Nektar durch die Zentrifugalkraft (Fliehkraft) aus den Waben. Der aus der Schleuder laufende Honig wurde in einem Eimer mit zwei Sieben aufgefangen und im Anschluss abgefüllt.

Wenn im Bienenjahr alles nach Plan läuft, bringt ein Volk 20 bis 40 Kilo Honig ein. Das gesunde Naturprodukt belohnt den Imker bei jedem Frühstück für seine Arbeit am Stock. Und im Gegensatz zu Import-Honig haben die Bienenzüchter und ihre Kunden beim eigenen Erzeugnis die Gewissheit, dass Herkunft und Qualität stimmen. Für einen Zusatzverdienst wird es bei einem Freizeit-Imker aber nicht reichen.

Leckere Honigbrote

Mit einem Teil des frisch geschleuderten Honigs wurden danach Brote geschmiert, was nicht nur den Kindern schmeckte. Das frische Bauernbrot mit Butter und gerade geerntetem Honig war für alle ein wahrer Gaumenschmaus. So war es nicht verwunderlich, dass diese Imkerschulung nahtlos vom praktischen in den gemütlichen Teil überging. Das ursprünglich geplante Referat von Hans Kagerer musste wegen anderweitiger Verpflichtungen entfallen.
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