Marktgemeinderat genehmigt Planung für Ausbau der Ortsdurchfahrt
Mit Tempo 30 zu mehr Leben

Für den Kreuzungsbereich der Ortsdurchfahrt mit der Oberviechtacher Straße (von links) sieht die Ausbauplanung einen "Platz-Charakter" vor. Die Markträte stimmten der Vorgehensweise zu, allerdings unter der Maßgabe, die ursprünglich vorgesehenen Pflasterflächen zu verringern. Bild: Mardanow
Politik
Schwarzhofen
22.06.2016
63
0

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt nimmt Tempo auf: Einstimmig hat der Marktgemeinderat am Dienstag die Planung genehmigt, im nächsten Jahr soll das Projekt starten. Bürgermeister Maximilian Beer entschied sich "schweren Herzens" zu einem Kompromiss.

In der öffentlichen Sitzung im Rathaussaal stellte Ingenieur Alfred Weiß, zusammen mit seinem Mitarbeiter Anton Ziereis, die Pläne für den Ausbau vor. Bürgermeister Maximilian Beer skizzierte das Vorhaben als "eine der größten und wichtigsten Maßnahmen" für den Ort. Der Gemeinde eröffne sich damit "die Chance zu positiven Veränderungen an unserer Hauptmagistrale". Es seien wesentliche Impulse für die künftige Entwicklung zu erwarten.

Beer erinnerte an die Vorgeschichte des Projekts, die bereits bis ins Jahr 2012 zurückreicht. Aufs Gaspedal gedrückt wurde ab Juni 2013, als die Oberste Baubehörde ihre Zusage zum Vollausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2040 gab. Am 29. Juli fällte dann der Marktgemeinderat einen Grundsatzbeschluss, den Ausbau samt neuen Gehwegen in Angriff zu nehmen. Im Mai 2015 wurde den Anwohnern ein erster Planungsentwurf präsentiert.

Nach mehreren Abstimmungsgesprächen mit den beteiligten Behörden und konstruktiver Mitarbeit im Arbeitskreis "Altortsanierung", ist die Planung mittlerweile soweit gediehen, dass sie heuer im Mai bei der Bezirksregierung vorgestellt werden konnte. Dabei sollten die Voraussetzungen für eine städtebauliche Förderung abgeklopft werden.

Impulse durch Tempolimit


Am Dienstag lagen die Ausbau-Pläne auf dem Tisch des Marktgemeinderates. Ingenieur Alfred Weiß erläuterte die Vorgehensweise im Detail. "Wir müssen mit dem bestehenden Raum auskommen" führte er aus, dass die Planung sich an der engen Ortsbebauung orientieren muss. Als eines der wesentlichen Ziele nannte Weiß die Verbesserung der Aufenthaltsqualität, die Planung sieht dafür ein künftiges Tempolimit von 30 km/h vor. Weiß erwarte sich davon auch Impulse zur Belebung. Breitere Gehwege sollen Fußgängern mehr Raum geben, sie sollen nicht mehr auf die Fahrbahn treten müssen.

Als Mindeststraßenbreite sehe die Planung 5,90 Meter vor, die Gehwege würden an Engstellen (Treppen, Hauseingängen) "wenigstens 75 Zentimeter" breit. "Sehr viel städtebaulicher Inhalt" präge den Kreuzungsbereich Oberviechtacher Straße/General-Stephan-Straße. Die Haltestelle für Linienbusse soll in Fahrtrichtung Nabburg verlegt werden, im Bereich des Marktladens sollen fünf öffentliche Parkplätze entstehen. Eine Pflasterung soll den Charakter eines Platzes betonen.

An verschiedenen Stellen des Straßenverlaufs - im Bereich des früheren Bruckmayer-Anwesens und am Übergang vom Marktplatz in die Neunburger Straße - werde sich die Fahrbahnbreite teilweise auf 3,80 Meter reduzieren. Die Fußgängerbereiche variieren hier zwischen 1,50 Meter und 1,20 Meter Breite. Begegnungsverkehr werde an den Engstellen nur noch eingeschränkt möglich sein. Aus Richtung Neunburg soll ein Fahrbahnteiler - kurz vor der Auffahrt zum Baugebiet Am Weinberg - das Tempo drosseln und die Einfahrtssituation betonen.

Weniger Pflasterflächen


Die Fragen und Einwände des Gremiums befassten sich zum Großteil mit der künftigen Parksituation und dem Belag von Straße und Gehwegen. Die Räte verständigten sich schließlich darauf, im Bereich Marktladen/General-Stephan-Straße und bei der Auffahrt zum Weinberg die Pflasterung zu reduzieren, um die Kosten für höherwertiges Granitpflaster zu kompensieren - das soll noch geprüft werden. Diesen Kompromissvorschlag hatte der Bürgermeister schließlich "schweren Herzens" vorgebracht, da ihm die andere Variante ein besonderes Anliegen gewesen sei. Am "Platz-Charakter" solle aber festgehalten werden.

Einstimmig ging die Planung schließlich über den Tisch. Wenn alles glatt läuft, soll der auf Kosten von 1,3 Millionen Euro geschätzte Ausbau im kommenden Jahr beginnen. "2018 wollen wir dann groß Einweihung feiern", blickte der Bürgermeister voraus.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.