200 neue Setzlingen rüsten den Wald für die Zukunft
Aufforsten für Klimawandel

Beim Pflanzen der verschiedenen Setzlinge standen den Buben und Mädchen auch Forsträtin Regina Härtl zur Seite. Insgesamt 200 Buchen, Stieleichen, Winterlinden, Tannen, Douglasien und Esskastanien brachten die Kinder in die Erde. Bilder: mad (2)
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Schwarzhofen
27.10.2016
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Kleine Helfer mit Spaten: Die Kinder packten tüchtig mit an.

Im Jahresschnitt zwei Grad wärmer, häufigere Wetter-Extreme und verstärkte Schädlings-Attacken: Der Klimawandel wird die heimischen Wälder auf eine harte Probe stellen. Gegen diese Entwicklung stemmen sich 200 neue Setzlinge.

Im Gemeindeforst des Marktes Schwarzhofen, beim Waldgebiet "Rotes Marterl", stand für fast 40 Kinder der Grundschulen aus Schwarzhofen und Neukirchen-Balbini eine besondere Pflanzaktion im Stundenplan. Vor Ort erwarteten Forstdirektor Alwin Kleber, Forsträtin Regina Härtl als seine Stellvertreterin, sowie die Förster Alois Nißl und Fritz Reichert als "Forstpaten" die Schüler und Lehrkräfte. Die Vertreter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wollten den Kindern die Folgen des Klimawandels erlebbar machen und in ihnen das Bewusstsein wecken, dass sie selbst aktiv werden können, um den Wald vor der Haustür fit für die Zukunft zu machen.

Bei dieser Aktion sollten die Kinder insgesamt 200 junge Bäume - Buchen, Stieleichen, Winterlinden, Esskastanien, Tannen und Douglasien - pflanzen, die den Klimawandel besser vertragen als der bestehende Nadelwald aus Fichte und Kiefer: Ein neuer Mischwald mit diesen Arten kommt mit den erwarteten höheren Temperaturen (plus 2 Grad über dem Jahresschnitt), den häufigeren Wetterextremen (Trockenheit, Stürme) sowie zunehmenden Krankheiten und Schädlingen (Borkenkäfer) besser zurecht als die dominanten "Flachwurzler" Fichte und Kiefer.

Nachhaltig wirtschaften


Den Kindern wurde mit dem Spiel "alles im Einer" gezeigt, wie Förster nachhaltig wirtschaften und den Wald auf den Klimawandel vorbereiten. Bei "Eichhörnchen im Winter" lernten die Kinder, wie Tiere den Winterschlaf überleben. Gleichzeitig sorgen die "vergessenen" Nahrungsvorräte dafür, dass Samen von Eichen und Buchen verbreitet werden.

Gemeinsam mit den Forstpaten machten sich die Kinder auf, um die richtigen Stellen für die Pflanzung der 200 Setzlinge zu suchen. Den Schülern war bewusst, dass jeder Baum Licht, Wasser und Nahrung, braucht. Allerdings versorgt nicht jeder Boden gleich gut mit Nährstoffen, und auch die Regenmenge variiert von Jahr zu Jahr. Mit dem Schatten unter alten Bäume kommen Buche, Tanne und Winterlinde gut zurecht und sie passen auch auf den Boden im "Schulwald", erklärten die Forstleute. Die Eiche mit ihren Pfahlwurzeln ist auch für trockenere Verhältnisse gewappnet.

Die beiden Förster hatten bereits die Pflanzlöcher vorbereitet. Der Zaun, der die Pflänzchen vor Wildverbiss schützen soll, war an einigen Stelle geöffnet, damit die kleinen "Forstgehilfen" an die Arbeit gehen konnten. Die Bäumchen mussten tief genug in den Waldboden gebettet werden, danach wurden sie behutsam mit Erde bedeckt und zuletzt wurde das Moos als Wasserspeicher wieder an seinen Platz gelegt. Zum Abschluss durften die Kinder ihre Namen an die Bäumchen heften, damit sie weiter verfolgen können, wie sich ihre Schützlinge entwickeln.

Brotzeit verdient


Da es heuer viele Eicheln und Bucheckern gibt, hatten die Förster Fritz Reichert und Alois Nißl einen Eimer voll davon gesammelt. Die Kinder steckten die Samen in die Erde und leisteten damit einen weiteren Beitrag zum Entstehen eines "klimatoleranten Waldbestandes". Nach so viel Anstrengung hatten sich die Kinder danach eine Brotzeit verdient.

Zur Nachbereitung in der Schule bekamen die Buben und Mädchen das Heft "Vielfalt im Wald" und einen Bleistift aus dem Holz der Winterlinde mit nach Hause. Neben Schulleiterin Claudia Buchmann und Lehrkraft Stefanie Hauser hatte auch Bürgermeister Maximilian Beer die Kinder bei ihrem Vorhaben unterstützt.
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