Alfred Wolfsteiner verfasst Biografie über Johann Nepomuk von Ringseis
Diener von vier Königen

Rund um die Büste von Johannes Nepomuk von Ringseis stellten sich die Ehrengäste und Redner des Abends auf: (von links) Kreisheimatpfleger Theo Männer, Verleger Friedrich Pustet, Pfarrer Markus Urban, MdB Marianne Schieder, Autor Alfred Wolfsteiner, stellvertretender Landrat Joachim Hanisch, Pfarrer Gerhard Beck, Bürgermeister Maximilian Beer und Angela Heller-Wolfsteiner. Bild: mad
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Schwarzhofen
05.10.2016
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König Ludwig I. nannte ihn einen "Ritter ohne Furcht und Tadel", und er war der erste Arzt, der ein Stethoskop verwendete. Im bayerischen Gesundheitswesen des 19. Jahrhunderts gab Johann Nepomuk von Ringseis die Richtung vor. Nun sind neue Einblicke in das Leben des gebürtigen Schwarzhofeners möglich.

Das druckfrische Buch von Autor und Ortsheimatpfleger Alfred Wolfsteiner befasst sich mit dem wohl bedeutendsten Sohn der Marktgemeinde. Erschienen in der Reihe "Kleine bayerische Biografien" des Pustet-Verlages, wurde es in der Aula der Ringseis-Schule vorgestellt.

Akribische Recherchen


Nach einem Musikstück, gespielt von Dr. Adolf Scharf (Klavier), Gabriele Scharf (Querflöte) und Ilona Steinhauser (Alt-Flöte) hieß Bürgermeister Maximilian Beer zahlreiche Ehrengäste willkommen. Er sprach dem Autor seinen Dank aus für das mit Akribie erstellte Werk. Als "großen Bayern, faszinierende Persönlichkeit und bekennenden Katholiken" hatte Diözesanbischof Rudolf Voderholzer Ringseis in einem Grußwort bezeichnet, das Pfarrer Markus Urban verlas.

Heimatkunde sei ihr großes Hobby, verriet Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD). Dem Buch von Alfred Wolfsteiner sprach sie ihre Hochachtung aus. Als stellvertretender Landrat betonte Joachim Hanisch, dass der Landkreis stolz sei auf Leute, die Forschung betreiben.

In einem längeren Vortrag stellte Alfred Wolfsteiner sein Buch und seinen "Titelhelden" vor. Jeder, der sich intensiver mit der Geschichte Bayerns im 19. Jahrhundert oder mit König Ludwig I. beschäftige, stoße irgendwann auf die Person Ringseis'. Doch außerhalb Bayerns sei er kein Begriff, und auch in Schwarzhofen sei Wissen über ihn nur spärlich vertreten. Diese Wissenslücken zu füllen und Ringseis einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen, sei Intention für dieses Buch gewesen.

Wie Wolfsteiner ausführte, habe Ringseis vier Königen gedient und als Arzt in München den Wandel der Landeshauptstadt zu einer Kulturstadt von europäischem Rang miterlebt. Während seiner Mediziner-Karriere setzte sich das Wissen über Viren und Bakterien durch, aus der einstigen Philosophie von der Medizin wurde eine Naturwissenschaft. Dieser Veränderung begegnete Ringseis nicht immer aufgeschlossen. Er benutzte aber als erster Arzt ein Stethoskop, war bestens informiert über Homöopathie und praktizierte - lange vor Pfarrer Kneipp - Wasserkuren.

Als Reisearzt begleitete er den Kronprinzen Ludwig nach Italien, später als König schätzte dieser Ringseis als Leibarzt, der ihm offen und ehrlich seine Meinung sagen durfte. Gemeinsam holten sie die Universität von Landshut nach München und besetzten die Professoren-Stellen mit den besten Leuten. Der König machte Ringseis schließlich zum Geheimen Rat und verlieh ihm sogar den persönlichen Adelstitel. Über 40 Jahre war Ringseis Oberster Medizinalbeamter im bayerischen Innenministerium, zuständig für die Ausbildung der Ärzte, Bader und Hebammen.

Ringseis' Lieblingslied


Abschließend dankte Wolfsteiner dem Pustet-Verlag, allen Sponsoren sowie seiner Ehefrau Angela, der er einen Blumenstrauß überreichte. Verleger Friedrich Pustet zeigte sich beeindruckt von einem "besonderen Abend in familiärem Ambiente". Im Verlauf des Abends wurden gemeinsam auch zwei Lieder mit Bezug zu Ringseis angestimmt. Unterstützt vom Kirchenchor, erklang Ringseis' Lieblingslied von der "Pinzgauer Wallfahrt" sowie ein Loblied, dass seine Freunde - nach der Melodie von "Prinz Eugen" zur 50-jährigen Doktor-Karriere gedichtet hatten.

Zum BuchAlfred Wolfsteiners Buch "Johann Nepomuk von Ringseis - Arzt und Vertrauter Ludwigs I." ist im Verlag Friedrich Pustet (Regensburg) in der Reihe "Kleine Bayerische Biografien" erschienen.

Auf 150 Seiten wird kompakt versucht, diese Person und ihr wechselvolles Leben für die Leser transparent zu machen. (mad)
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