Grabungsarbeiten am Feuerwehrhaus in Zangenstein
Fundstücke aus Humusschicht

Schon für einige Verblüffung sorgte das Baggerförmchen aus dem Humus, in dem sich ein Wurzel-Innenleben gebildet hatte. Bilder: Engelhardt (2)
Vermischtes
Schwarzhofen
22.03.2016
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Ehrenkommandantin Edeltraud Stockerl mit dem gefundenen Warnschild. Im Bagger im Hintergrund ist zweiter Kommandant Michael Fichtl mit Grabarbeiten beschäftigt.

Es waren keine Kleinode aus der Frühgeschichte, die bei Grabarbeiten am Feuerwehrhaus Zangenstein ans Tageslicht kamen - und doch waren die Funde in gewisser Weise bemerkenswert. Für Staunen sorgte ein Geflecht aus Wurzeln.

Schwarzhofen-Zangenstein. Das Fazit "unverhofft kommt oft" zog Kurt Engelhardt, Kreisheimatpfleger für Archäologie, nach Abschluss einer archäologischen Untersuchung. Für den geplanten Bau einer neuen Gerätehalle durch die Feuerwehr Zangenstein (NT berichtete), hatte es das Landratsamt Schwandorf als Untere Denkmalschutzbehörde zur Auflage gemacht, dass der Abtrag des Oberbodens "unter archäologisch qualifizierter Aufsicht" zu erfolgen hat.

Das ist laut Kurt Engelhardt darin begründet, dass der Bereich um Zangenstein ein Eldorado der Nordoberpfälzer Archäologie ist: "Es reiht sich hier Fundstelle an Fundstelle." Besondere Bekanntheit erlangte dabei der unmittelbar nördlich der Staatsstraße 2040 gelegene "Obere Horster", auf dem 2008 und 2009 die Reste eines hallstattzeitlichen Hügelgrabes (800 bis 450 vor Christus) freigelegt wurden.

"Siedlung der Metallzeiten"


Nur wenige Meter hangaufwärts befindet sich ein Areal, das wegen der dort gemachten Funde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als "Siedlung der Metallzeiten" eingestuft wird. Südlich der Staatsstraße, in der Nähe des alten Schulhauses, schließt sich dann ein weiteres Bodendenkmal an. In der zweiten Februarhälfte wurde unter der Leitung von Archäologe Markus Hable (Firma Adilo, Parsberg) im Bereich des geplanten Bauwerks der Humus abgetragen. Mit dem Minibagger nahmen Michael Fichtl, stellvertretender Kommandant der Zangensteiner Feuerwehr, und sein Kollege Johann Forster die Arbeit in Angriff.

"Weil ich mit neuen archäologischen Erkenntnissen rechnete, war ich als Kreisheimatpfleger ebenfalls zugegen", berichtete Kurt Engelhardt. Zu seiner Überraschung habe sich aber sehr schnell herausgestellt, dass das ehemals wohl abfallende Gelände östlich des alten Schulhauses bis zu einer Hangstufe, die es vom danebenliegenden Bodendenkmal trennt, aufgefüllt war. Es kamen keinerlei archäologisch relevanten Funde zutage.

Doch auch wenn der Archäologie an diesem Tag kein Erkenntniszuwachs beschert war - "ein paar bemerkenswerte Funde gab es doch", schilderte der Kreisheimatpfleger. Zunächst lokalisierte man im Humus ein Sandförmchen, das sich - passend zur Situation - originellerweise als Bagger entpuppte.

Wurzeln füllen Förmchen


Überraschend war auch, dass im Inneren des Förmchens im Laufe der Zeit ein Graswurzelgeflecht herangewachsen war, das ebenfalls die Form eines Baggers angenommen hatte. "So etwas hatte ich auch noch nicht gesehen", räumte Kurt Engelhardt ein. Im aufgefüllten Material fand sich noch ein altes verrostetes Schild, das wohl früher einmal von der Feuerwehr verwendet worden war. Darauf wird vor Vergiftungsgefahr gewarnt, wenn beim Laufenlassen der Motore die Tore geschlossen bleiben. Dieser Fund löste bei Edeltraud Stockerl, Ehrenkommandantin der Zangensteiner Feuerwehr, die das Grabungsteam - zusammen mit ihrem Mann Franz - mit einer Brotzeit versorgt hatte, große Freude aus. Sie will sich nun einen schönen Platz für das Erinnerungsstück ausdenken.
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