Marktgemeinde spricht sich mit Kommandanten ab
Eine Lücke beim Löschwasser

18 Jahre gab Franz Weigl (Zweiter von links) das Kommando bei der Feuerwehr Demeldorf. Für seine Verdienste sprachen ihm Bürgermeister Maximilian Beer (links), VG-Sachbearbeiter Alexander Wild und Kreisbrandmeister Konrad Hoch (von rechts) ihren Dank aus. Bild: hfz
Vermischtes
Schwarzhofen
23.01.2016
29
0

Der Löschweiher im Ortsteil Höfen hat ausgedient. Allzu häufig spült es Sand und Dreck in das in einer Senke liegende Gewässer. Und im Brandfall könnte Schlamm die Feuerwehrschläuche verstopfen. Bürgermeister Maximilian Beer sieht "akuten Handlungsbedarf".

-Demeldorf. Bei der Jahresbesprechung mit den Kommandanten seiner sechs Feuerwehren aus Schwarzhofen, Zangenstein, Schwarzeneck, Uckersdorf, Haag und Demeldorf redete der Bürgermeister Klartext: Der Brandschutz in Höfen bei Grasdorf sei momentan nicht gewährleistet. Der Löschweiher, der bei einem Feuer das Wasser für den Erstangriff liefern soll, ist zu oft verschlammt. Dieser verfügt über keinen eigenen Zufluss und wird nur mit Oberflächenwasser gespeist. "Bei Regen spült es da alles Mögliche an."

Alarmierung geändert


Der Bürgermeister verwies darauf, dass in Höfen drei landwirtschaftliche Anwesen angesiedelt seien, unter anderem mit Viehhaltung und hohen Sachwerten. "Im Notfall gibt es dort einen hohen Löschwasserbedarf." Ohne Weiher aber sei ein schneller Einsatz nicht möglich: Im vergangenen Jahr habe eine Übung gezeigt, dass es bis zu eineinhalb Stunden dauert, ehe über Schlauchleitungen Wasser aus dem Auerbach herangepumpt werden kann. Vorsichtshalber geändert wurde deswegen die Alarmierung über die Leitstelle: Sollte es in Höfen brennen, werden bis auf weiteres nur wasserführende Fahrzeuge zum Einsatz gerufen.

"Diese Lücke bei der Löschwasserversorgung müssen wir schließen", verdeutlichte der Bürgermeister den Kommandanten. Bei einem Gespräch mit der Kreisspitze der Feuerwehr und Grundstückseigentümern aus Höfen verständigte man sich vor Weihnachten darauf, den Löschweiher am bisherigen Standort aufzugeben. Bereits in der Sitzung am kommenden Montag sollen im Marktgemeinderat die Weichen für die Errichtung einer neuen Löschwasserzisterne in Höfen gestellt werden. Beer schwebt vor, das Projekt noch heuer, spätestens aber 2017 über die Bühne zu bringen. Bei einem angedachten Fassungsvermögen von 250 Kubikmetern rechne er mit Kosten von "locker 50 000 Euro".

Als weitere Herausforderung sah der Bürgermeister den Bau einer Gerätehalle durch die Feuerwehr Zangenstein. Für das in der Nähe der alten Schule geplante Projekt liege die Baugenehmigung seit 28. Dezember vor - "nachdem der Plan fast ein halbes Jahr am Landratsamt gelegen hat", gab Beer zu verstehen. Nun aber müsse für das Vorhaben auch noch eine archäologisch qualifizierte Aufsicht beauftragt werden. Denn wegen der Nähe zum vor einigen Jahren entdeckten Hügelgrab sei das vorgesehene Grundstück als "archäologisch wertvolle Fläche" eingestuft. Daher müsse eine Fachkraft die Aushub-Arbeiten begleiten.

Ablösung nach 18 Jahren


Die Zusammenkunft der Kommandanten nutzte der Bürgermeister, um Franz Weigl, den bisherigen Befehlshaber der Feuerwehr Demeldorf, aus diesem Kreis zu verabschieden. Bei den Neuwahlen (NT berichtete) war er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angetreten, seine Dienstzeit wird am 22. März nach insgesamt 18 Jahren zu Ende gehen. Zum Dank für seinen Einsatz überreichte Beer eine Dankurkunde samt Geschenk.

Kosten und EinsätzeEinsätze: Die sechs Feuerwehren der Marktgemeinde Schwarzhofen sind im Vorjahr insgesamt 33 Mal ausgerückt.

Beim Feuerwehr-Etat fielen 2015 folgende Summen an: 25 000 Euro für laufende Kosten (Unterhalt, Versicherung, persönliche Schutzausrüstung); 6000 Euro für neue Atemschutzgeräte; 16 000 Euro für Umrüstung Digitalfunk (dafür gab's einen Zuschuss von 10 000 Euro).

Außerdem insgesamt 10 000 Euro für 14 neue Schutzanzüge vom Typ "Fireliner". 113,12 Euro an Kosten fielen bei allen Wehren für die Info-SMS bei Alarmierung an. Außerdem beteiligte sich die Gemeinde in geringerem Rahmen auch am Umbau des Feuerwehrhauses Girnitz. (mp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.