Staatsministerin Melanie Huml auf den Spuren von Johann Nepomuk Ringseis
Rendezvous mit einem Heiler

Vor der Büste von Johann Nepomuk Ringseis (im Hintergrund links) erklärt Autor und Bibliothekar Alfred Wolfsteiner (links) der Ministerin (im roten Mantel), was den berühmten Mediziner mit Schwarzhofen verbunden hat. Mit im Bild (von links) Bürgermeister Maximilian Beer, Gisela Würl, Hans Gürtler und Martina Ippisch. Bild: Bugl
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Schwarzhofen
18.06.2016
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Der König schätzte ihn als "Ritter ohne Furcht und Tadel". Ministerin Melanie Huml hat Schwarzhofens berühmtesten Sohn Johann Nepomuk von Ringseis als einflussreichen Mediziner kennengelernt, der sich schon vor rund 200 Jahren um gute Ärzte auf dem Land gesorgt hat.

Bei ihrem "Oberpfalztag" mit Terminen in Amberg und Bad Kötzting riskierte die Staatsministerin für Gesundheit und Pflege auch einen Abstecher nach Schwarzhofen, um mehr über einen Mann zu erfahren, den der Markt heuer mit einem "Ringseis-Jahr" ehrt - mit etwas Verspätung, denn der Mediziner hätte bereits im vergangenen Jahr seinen 230. Geburtstag feiern können.

Zu diesem Zeitpunkt allerdings wäre so manche amüsante Anekdote über den Gastwirtssohn aus Schwarzhofen noch nicht veröffentlicht gewesen, die der Schwandorfer Stadtbibliothekar Alfred Wolfsteiner nun präsentierte. "Für mich ist es spannend zu erfahren, wie die Universität, die vorher in Landshut war, nach München gekommen ist", bekannte die Ministerin, der Bürgermeister Maximilian Beer im Rathaus eine Reihe von Bürgern vorstellte, die sich für Schwarzhofen engagieren.

Dem Kronprinz nah


Fachmann Wolfsteiner hatte Details zu dem Mann parat, der sich wie die Ministerin mit dem Gesundheitswesen auseinandersetzte. So erfuhr sie, wie eng die Beziehung von "Leibarzt" Ringseis zu Kronprinz Ludwig war. So eng, dass er mit dem späteren König nicht nur den Standort der Uni diskutierte, sondern auch, ob nun München, Regensburg oder Bamberg Hauptstadt Bayerns sein sollte. "Beide haben in Landshut studiert und Napoleon als Tyrannen verabscheut", zählt Wolfsteiner Gemeinsamkeiten auf und fügt schmunzelnd noch eine dritte hinzu: "Beide hatten einen riesigen Zinken im Gesicht."

Ernster wird es, als zur Sprache kommt, wie sich Ringseis für eine Standesvertretung der Ärzte einsetzte und Schulen für Bader und Hebammen einrichtete, weil die "studierten" Ärzte lieber in den Städten praktizieren wollten. Tragisch findet es Wolfsteiner, dass Ringseis dabei mittelalterlichen Vorstellungen anhing und Krankheit als Missverhältnis der Säfte verstand. Dazu kamen religiöse Einflüsse. "Wir lachen heute darüber, aber es hat bei Krankheiten auch immer den religiösen Aspekt der Sünde als Erklärungsmodell gegeben", berichtet Wolfsteiner. Da hätten Patienten vor der Behandlung erst beichten müssen. Andererseits habe Ringseis in München das Stethoskop eingeführt und Homöopathie und Wasserkuren angewandt - "das, was wir heute ganzheitlich nennen". "Er war tatsächlich ein Heiler", lautet das Fazit von Wolfsteiner.

Die Welt verändert


"Wunderbar", kommentierte die Ministerin diesen Blick auf einen Mann, der die bayerische Welt verändert hat. Und Bürgermeister Beer versäumte es nicht, ihr auch die Veränderungen in Schwarzhofen aufzuzeigen: vom Segen der Breitbandförderung bis hin zum Aus für die "Holperpiste" nach Schönau.

Für mich ist es spannend zu erfahren, wie die Universität, die vorher in Landshut war, nach München gekommen ist.Ministerin Melanie Huml
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