Unbekannter Täter feuert Stahlkugeln gegen Rathaus und Bushäuschen
Rathaus ins Visier genommen

Auf ganzer Länge gesplittert ist die Verbundglasscheibe des Buswartehäuschens in Schwarzeneck. Bilder: Mardanow (2)
Vermischtes
Schwarzhofen
16.02.2016
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Die Einschüsse in den Rathausfenstern sind mittlerweile mit Klebeband "gestopft" worden.

Der Täter hat mindestens neun Mal abgedrückt. Kugeln aus Stahl feuerte ein unbekannter Schütze gegen das Rathaus in Schwarzhofen und ein Bushäuschen im Ortsteil Schwarzeneck ab. Anwohner wollen am Samstag gegen Mitternacht "eine Art Böllerschüsse" gehört haben.

Wie die Polizeiinspektion Neunburg am Dienstag mitteilte, sind an der südlichen Giebelseite des Rathauses die drei Sprossenfenster zum Sitzungssaal durch Einschüsse demoliert worden. An den zweiflügligen Fenstern wurden insgesamt acht Glasscheiben durchlöchert, eine der stählernen Kugeln zischte bis ins Innere des Gebäudes. Auch die gläserne Seitenfassade des neuen Bushäuschens im Gemeindeteil Schwarzeneck nahm der unbekannte Täter ins Visier. Das Projektil drang in den oberen Teil der aus Sicherheitsglas bestehenden Scheibe ein, die dabei auf ganzer Höhe von zwei Metern komplett zersplitterte.

Geschädigte bei beiden Vorfällen ist die Marktgemeinde Schwarzhofen. Unter die Rubrik "müßig" und "sehr bedauerlich" ordnete Bürgermeister Maximilian Beer die Vorfälle gegenüber dem NT ein: "So etwas braucht es absolut nicht." Der Schaden an den Rathausfenstern sei am Sonntag im Vorfeld der Installation von Pfarrer Markus Urban entdeckt worden. Anwohner aus der Umgebung des Marktplatzes hätten Beer gegenüber berichtet, dass sie am Samstag gegen Mitternacht "eine Art Böllerschüsse" gehört und ein Feuerwerk vermutet hätten. Das Verbundglas am Buswartehäuschen sei schon einige Tage vorher zerstört worden, wusste der Bürgermeister von seinen Bauhof-Arbeitern.

Wohl der gleiche Täter


Die Vorfälle sind Montagmorgen bei der Polizeiinspektion Neunburg angezeigt worden, die nun wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung ermittelt. Nachdem an beiden Tatorten identische Stahlkugeln sichergestellt wurden, gehen die Ermittler von ein und demselben Täter aus. Als Tatwaffe komme laut Polizei eine Luftdruckwaffe oder eine Zwille in Frage. Der Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 1500 Euro. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion unter Telefon 09672/92020 entgegen.

Der Bürgermeister wollte am Dienstag nicht so weit gehen, den Sachverhalt als "Anschlag auf das Rathaus" zu bezeichnen. "Irgendjemand scheint da wohl zu viel Energie zu besitzen", meinte er. Vielmehr richte sich der Schaden gegen die Allgemeinheit. Und auf den Kosten werde die Gemeinde sitzen bleiben, nachdem für das Bushäuschen wegen hoher Gebühren keine Glasversicherung abgeschlossen worden sei.

Maximilian Beer setzt darauf, dass der Schütze durch die Berichterstattung über seine Tat zur Besinnung und Einsicht kommt und sich solche Vorfälle nicht wiederholen. "Das ist schließlich kein Spaß" unterstrich der Bürgermeister. Zu anderen Zeiten hätte sich schließlich durchaus jemand im Sitzungssaal aufhalten und durch Kugeln oder Glassplitter verletzt werden können. "Dann wird ganz schnell Körperverletzung oder versuchter Totschlag daraus." Falls so etwas aber wieder passieren sollte, müsse über "intensivere Maßnahmen" nachgedacht werden, um den Täter zu überführen.
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