117 Kilometer Kanalnetz

Neue Bauflächen an der Leipziger Straße. Bild: ak
Lokales
Speichersdorf
26.10.2015
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Fünf neue Bauparzellen stehen in der Leipziger Straße in Speichersdorf künftig für neue Bauherren zur Verfügung. Eine dafür notwendige Änderung des Bebauungsplanes beschloss der Gemeinderat. Eine Besonderheit gibt es: Die neuen Anlieger müssen ihren Parkstreifen entlang der Bauparzellen auf eigene Kosten herstellen.

Der seit 2005 rechtskräftige Bebauungsplan Neuselbitz II "Schwabenweiher" wird geändert und für sogenannte Toskana-Häuser geöffnet. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Oktobersitzung einstimmig. Bürgermeister Manfred Porsch informierte den Gemeinderat über den Antrag von Grundstückseigentümerin Maria Fraunholz. Sie besitzt zwei Parzellen im Baugebiet am Straßenknick der Leipziger Straße. Die Straße dafür ist bereits ausgebaut; die Wasser- und Kanalleitungen sind vorhanden.

Die Gemeinde hat sich beim Bau der Wasserleitung verpflichtet, diese bei späterer Bebauung aus dem Grundstück zu verlegen. Eines dieser Parzellen soll nun bebaut werden. Einig war sich der Gemeinderat darüber, die Leitung an der Nordgrenze auf öffentlichen Straßengrund zu verlegen. Der Bauherr plant den Bau eines Toskana-Hauses. Dessen Bau- und Dachform entspricht nicht den geltenden Bauvorschriften. Eine Befreiung von den Bebauungsvorschriften ist laut Kreisbauamt nicht möglich, da die Grundzüge der Planung berührt werden. Keineswegs einverstanden waren mehrere Gemeinderäte mit der vom Planungsbüro Raps vorgeschlagenen Art der baulichen Nutzung und den Bauvorschriften. Diese müssen noch mit der neuen Bau- und Dachform als Zeltdach mit stark verminderter Neigung abgeglichen und mit dem Kreisbauamt abgestimmt werden. Der Änderungsbeschluss war einstimmig.

Die Gemeinde will mit dem Aufbau eines qualifizierten Kanalkatasters für alle öffentlichen Kanalleitungen fortfahren und dabei die staatliche Förderung erhalten. Ohne Gegenstimme votierte der Gemeinderat für einen entsprechenden Antrag der Kommune beim Wasserwirtschaftsamt Hof. In der digitalen Datenbank werden Informationen über Lage, Dimension, Material und Zustand gespeichert. Dies gilt für alle Abwasser- und Regenwasserkanäle sowie Druck-, Vakuum- und Hausanschlussleitungen sowie alle Einleitstellen. Auch Kanalschächte werden mit Durchmesser, Material und Sohltiefe EDV-mäßig erfasst. Dies erfolgt nach einer Kanalspülung mittels Befahrung der Kanalstrecken mit einer Kamera und die digitale Erfassung in einer Datenbank. "Aus dieser Zustandsermittlung in drei Schadstufen können wir für die nächsten 30 Jahren unseren Sanierungs- und damit Investitionsbedarf entnehmen", erläuterte Porsch. Insgesamt umfasst das Kanalnetz eine Länge von 117 Kilometern mit rund 1000 Schächten.

Bei einem Kostenaufwand von rund 4,50 Euro pro Meter gewährt der Freistaat nach der zum Jahresende auslaufenden Förderrichtlinie RZWas einen Zuschuss von einem Euro pro laufenden Meter. Der Aufbau des Kanalkatasters ist für die nächsten drei Jahre vorgesehen. Aufgrund Hinweis des Landratsamtes bestimmte der Gemeinderat einstimmig Christian Porsch (UWG) und Rudi Heier (SPD) zu Klimabeauftragten der Gemeinde.
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